Bewegungstrends auf dem Prüfstand

Kältetraining, Fitness-Apps oder Padel. Bewegungs- und Sporttrends tauchen regelmässig auf – einige bleiben, die meisten verschwinden wieder. Der gemeinsame Nenner: Sie machen neugierig und können motivierend sein. Doch welche haben einen nachhaltigen Effekt? Und auf welche kann man getrost verzichten? Wir nehmen fünf aktuelle Trends unter die kritische Lupe.
Autor:
Fabian Reichle

 

Neue Bewegungs- und Sporttrends tauchen regelmässig auf und verschwinden manchmal genauso schnell wieder. Meist versprechen sie mehr Fitness oder einfach mehr Spass an der Bewegung. Trends können motivieren, Neues auszuprobieren und Bewegung leichter in den Alltag zu integrieren.

Ein kritisches Auge ist jedoch unabdingbar. Gerade Bewegungsmethoden, die schnelle Resultate versprechen oder extrem sind, sollte man skeptisch gegenüberstehen. Aus dem Gros an Trends, das das aktuelle Sportuniversum beherrscht, haben wir fünf spezifische herausgepickt und einer qualitativen Prüfung unterzogen.
 

1. Kältetraining: Energieboost oder abgekühlter Hype?

Eisbäder, kalte Duschen oder Kryotherapie werden zunehmend als Möglichkeit genutzt, Wohlbefinden und Regeneration zu unterstützen. Die Idee dahinter: Kälte löst im Körper verschiedene physiologische Reaktionen aus, die unter anderem Entzündungsprozesse, die Durchblutung und die Wahrnehmung von Muskelbeschwerden beeinflussen können.

Insbesondere beim Sport werden Kälteanwendungen nach intensiven Trainingseinheiten oder Wettkämpfen eingesetzt. Studien zeigen für diesen Anwendungsbereich teilweise positive Effekte, beispielsweise auf die subjektiv wahrgenommene Erholung oder Muskelbeschwerden nach Belastungen.

Gleichzeitig ist noch nicht abschliessend geklärt, welche Form der Kälteanwendung, welche Temperatur und welche Anwendungsdauer die besten Resultate erzielen.
 

2. Hybridtraining: Das Beste zweier Welten

Hybridtraining verbindet Kraft- und Ausdauertraining und setzt damit auf eine ganzheitliche Form der körperlichen Aktivität. Diese Kombination ermöglicht es, unterschiedliche Trainingsreize gleichzeitig anzusprechen und die allgemeine Fitness breit zu entwickeln. Besonders im Trend liegt die Integration beider Elemente in einer Trainingseinheit, etwa durch Intervall- oder Zirkeltrainings.

Allerdings bringt diese Kombination auch eine höhere Belastung mit sich. Der Körper wird gleichzeitig in mehreren Bereichen gefordert, was eine durchdachte Planung notwendig macht. Ohne ausreichend Erholung kann die Intensität schnell zu hoch werden. Jacqueline Brunner, Bewegungsexpertin bei der Onlinepraxis santé24, ergänzt dazu: «Trainiert man häufiger als zweimal wöchentlich, dann lohnt es sich, die Ausdauer- und Krafteinheiten zu trennen. So erzielt man den grösseren Erfolg.»

Hybridtraining bietet vielseitige Möglichkeiten, setzt jedoch ein gutes Gleichgewicht zwischen Belastung und Regeneration voraus. Wer sich am Kombitraining versuchen möchte, sollte laut Jacqueline Brunner die Kraft- vor der Ausdauereinheit planen, um in beiden Bereichen eine effiziente Leistungssteigerung erzielen zu können.

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In der Bewegungssprechstunde der Onlinepraxis santé24 erhalten Interessierte eine individuelle Beratung rund um gesunde Bewegung: Welche Trends passen zum eigenen Alltag? Welche Ziele sind realistisch? Und wie lässt sich Bewegung langfristig integrieren?

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3. Fitness-Apps und Tracking: Motivation durch Daten?

Digitale Tools wie Smartwatches oder Apps sind aus dem Alltag kaum mehr wegzudenken. Sie erfassen Schritte, Puls oder Schlafverhalten und machen die Bewegung damit mess- und sichtbar. Diese Transparenz kann motivierend wirken und dabei helfen, Fortschritte besser einzuordnen oder Routinen aufzubauen.

Gleichzeitig sollte nicht ausser Acht gelassen werden, dass solche Daten nicht immer vollständig präzise sind. Zudem kann ein zu starker Fokus auf Kennzahlen dazu führen, dass das eigene Körpergefühl in den Hintergrund rückt oder ein gewisser Druck entsteht, gesetzte – allenfalls unrealistische – Ziele zu erreichen. Dies bestätigt auch Jacqueline Brunner. Sie gibt zudem folgenden Tipp: «Beim Joggen ist es wenig hilfreich, den Puls ständig zu überwachen. Lieber achtet man auf die gefühlte Belastung und darauf, ob man sich nebenbei noch unterhalten könnte.»

Das Tracking kann eine hilfreiche Orientierung bieten. Entscheidend ist jedoch, die Daten im Kontext zu betrachten und nicht als alleinige Grundlage für Bewegung zu nutzen.
 

4. Padel & Co.: Die neuen It-Sportarten

Trendsportarten wie Padel gewinnen an Beliebtheit. Die Kombination aus Bewegung, Spiel und sozialer Interaktion schafft einen einfachen Einstieg und bringt Abwechslung in den Alltag. Gleichzeitig werden Ausdauer, Koordination und Reaktionsfähigkeit gefördert. Mit der Vielfalt neuer Sportarten geht jedoch auch die Tendenz einher, häufiger zwischen Aktivitäten zu wechseln. Der Reiz des Neuen kann dazu führen, dass weniger Kontinuität entsteht und Bewegung eher punktuell statt regelmässig stattfindet.

Trendsportarten wie Padel können Motivation und Spass fördern. Positive Effekte zeigen sich jedoch vor allem dann, wenn sie regelmässig ausgeübt werden. Es lohnt sich also, mal ein wenig länger bei einer Trendsportart zu verweilen.

5. Social und Community Fitness: Gemeinsam statt alleine

Ob Laufclubs, Outdoor-Gruppen oder gemeinsame Workouts im Park: Bewegung wird zunehmend zum sozialen Erlebnis. Sie bieten die Möglichkeit aktiv zu sein und gleichzeitig soziale Kontakte zu pflegen. Diese Gemeinschaft kann motivierend wirken und das Durchhalten bei sportlichen Aktivitäten erleichtern.

Dennoch kann auch eine Gruppendynamik entstehen, die nicht für alle gleich passend ist. Unterschiedliche Leistungsniveaus oder Erwartungen innerhalb einer Gruppe können Druck erzeugen oder dazu führen, dass individuelle Bedürfnisse weniger berücksichtigt werden.

Das Training in der Gruppe kann bereichernd sein, erfordert aber, das eigene Tempo bewusst beizubehalten und den Spass in den Vordergrund zu setzten.

Fazit

Bewegungstrends schaffen Abwechslung und senken oft die Einstiegshürde, gerade dann, wenn Motivation oder Inspiration fehlt. Wer jedoch zu häufig von einer Aktivität zur nächsten wechselt, verliert schnell an Kontinuität, wobei gerade diese entscheidend ist. Es ist also nicht notwendig, auf jeden Trend aufzuspringen oder ständig Neues auszuprobieren. Oft reicht es, eine Aktivität zu finden, die Freude bereitet und sich gut in den Alltag integrieren lässt.

Der Benevita-Podcast räumt mit Sportmythen auf

Die Fettverbrennung beginnt erst nach 30 Minuten oder ein Training ist erst dann effizient, wenn man richtig schwitzt. Im Sportbereich gibt es mindestens so viele Mythen, wie Trends, die auftauchen. An welchen etwas dran ist und welche nicht haltbar sind, beleuchtet der Benevita-Podcast.

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