Ohne Jojo-Effekt den Lebensstil nachhaltig verändern
Wir alle spüren, wenn die Zeit für eine Veränderung gekommen ist. Das Gefühl schleicht sich einem zarten Herbstnebel gleich in unsere täglichen Gedankengänge ein. Und irgendwann stellt sich die Frage, wie man eine solche Veränderung angeht. So erging es Franziska Büschi an einem Nachmittag im Herbst 2024. Sie sucht gerade etwas auf der SWICA-Website und bleibt auf einer Seite hängen. Beim Durchlesen kommt wieder dieses Gefühl auf.
Den eigenen Lifestyle umstellen?
«Ich und Teil eines Lifestyle-Change-Programms? Da werde ich nie und nimmer aufgenommen», zweifelt Büschi. Sie schliesst den Computer und schiebt den Gedanken auf die Seite. Ende 2024 liegt die Mutter von zwei erwachsenen Kindern mit einer Grippe im Bett. Sie kontaktiert santé24, um sich Rat zu holen. Das Gespräch verläuft anders, als erwartet. Denn irgendwann geht es auch um Grösse, Gewicht und einen erhöhten BMI und darum, sich präventiv um seine Gesundheit zu kümmern.
Franziska Büschi wird das Lifestyle-(Change-)Programm vorgeschlagen. Ein neues Angebot von santé24, das bis zu einem ein Jahr dauern kann und bei SWICA-Versicherten die Themen Bewegung, Ernährung und Wohlbefinden in Einklang bringt. Sie füllt einen Fragebogen aus, macht sich über die Krankengeschichte ihrer Familie schlau und lässt einen Bluttest von einem Arzt bei santé24 auswerten. «Das war freiwillig, aber ich wollte unbedingt wissen, wie es um meine Gesundheit steht, bevor ich starte».
Familiäre Krankheiten oder Vorbelastungen wie Altersdiabetes, erhöhte Cholesterinwerte, Herzinfarkte und Krebserkrankungen haben sie sensibilisiert. Sie wollte etwas in ihrem Leben ändern. Zuerst war es nur die Acht vorne auf der Waage.
Sport gehört nun zur Routine
Eine Gewichtsabnahme ist ein längerfristiges Ziel und da gehört zwischendrin eine Standortbestimmung dazu. «Das muss nicht nur eine To-do-Liste sein. Man muss sich selbst auch aufzeigen, was bisher alles erreicht wurde und dass man stolz auf sich sein darf», betont Zwygart. Sie hat Franziska Büschi in diesem Jahr begleitet und sie motiviert, wenn sie nach Feier- und Festtagen etwas aus der Routine gekommen war.
Für die 52-Jährige war Sport nie ein Thema in ihrem Leben – oder zumindest kein bewusstes. «Wenn ich es mir genau überlege, gehe ich mindestens einmal in der Woche mit einer Freundin walken und ins Schwimmen». Sie sinniert über das Gesagte nach und muss über sich selbst lachen: «Sport war für mich nie wichtig und jetzt fehlt es mir, wenn ich mich zu wenig bewege.»
In einem ihrer ersten Beratungsgespräche eruiert sie mit Kim Zwygart, was sie bereits zu Hause an Hilfsmitteln hat. Sie staunt. Thera-Bänder, Hanteln und sogar ein Stepper liegen dank ihres Sohnes griffbereit herum. Sie erhält ein Programm mit Kräftigungsübungen, die sie zweimal in ihren Wochenplan einbindet. Sie füllt ein Bewegungsprotokoll aus und notiert, was sie wie lange und in welcher Intensität macht.
Alle drei bis vier Wochen und später alle sechs bis acht Wochen hören sich die beiden. «Das war genau das Richtige für mich. Durch die Notizen musste ich ehrlich zu mir sein und es gab mir Ansporn, nicht aus dem Rhythmus zu fallen.» Die Gespräche übers Telefon zu führen, hätten ihr auch Zeit erspart und ihr die nötige Flexibilität im Alltag gegeben.
santé24: Lifestyle-(Change-)Programm
Das Lifestyle-(Change-)Programm kann nur von SWICA-Versicherten ab 18 Jahren in Anspruch genommen werden. Das Coaching ist kostenlos, es können aber Kosten für Laboruntersuchungen oder die psychologisch-psychiatrische Sprechstunde anfallen. Das Programm wird auf Deutsch und Englisch angeboten. Bei Interesse bitten wir Sie, einige Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand zu beantworten und anschliessend online einen Termin zu buchen. Haben Sie noch offene Fragen? Sie können uns rund um die Uhr unter +41 44 404 86 86 erreichen.
Das Tellermodell und das bewusste Essen als Gamechanger
Wie hat ihre Familie auf das Lifestyle-(Change-)Programm reagiert? Unterstützend. Ihr Mann und ihr Sohn haben sie begleitet, auch ein paar Kilogramm verloren und eine Frau beziehungsweise eine Mutter mit einem neuen Körpergefühl gewonnen. Nach drei bis vier Monaten bringt Franziska Büschi bereits vier Kilogramm weniger auf die Waage. Sie kann wieder Kleidungsstücke anziehen, die sie vorher gemieden hat. Bei sieben Kilo hat der Prozess stagniert: «Es ging rauf und runter.»
Mit Ernährungsberaterin Julia Sturzenegger nimmt sie ihr Essverhalten genauer unter die Lupe. Die Zeit zwischen Frühstück und Mittagessen war zu lange, der «Gluscht» zu gross. Gipfeli, Guetzli oder die abendlichen Fernsehsnacks wurden durch ein Müesli, frische Früchte oder eine Handvoll Nüsse ersetzt. «Aber das Tellermodell war für mich der Gamechanger», resümiert Franziska Büschi.
Keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung
Und was sind neben Durchhaltewillen die grössten Stolpersteine während dieses Jahres? «In Sachen gesunder Ernährung ist es das Angebot, das griffbereit im Geschäft oder zu Hause herumliegt», meint Julia Sturzenegger. In solchen Situationen Nein sagen zu können, ist vor allem am Anfang der Verhaltensänderung sehr schwierig. Deshalb ist es wichtig, das Essen bewusst zu planen, aber auch zu geniessen.
Franziska Büschi nickt. Sie denkt an ihr Essprotokoll zurück, das sie über die Monate hinweg ausgefüllt und mit ihrer Ernährungsberaterin engmaschig besprochen hat. Die kulinarischen Ausrutscher in den Ferien waren eine Ausnahme, wurden aber nicht mehr zur Regel. «Es ist keine Diät, es ist eine Ernährungsumstellung», betont sie selbstbewusst.
Ein paar Lebensjahre dazugewonnen
Ende November 2025 war es dann so weit: Die Waage zeigt vorne eine Sieben an. Ganze zehn Kilo hat Franziska Büschi sie innerhalb eines Jahres verloren und sich zur Feier des Tages einen neuen Pullover gegönnt. Die letzten Termine sind bald vorbei, das Programm beendet. Sie hält sich aber weiterhin an die Grösse ihrer Portionen, wiegt sich regelmässig und zieht ihr neues Bewegungsprogramm durch.
«Mit dem Lifestyle-Change-Programm habe ich sicher ein paar Lebensjahre dazugewonnen, ohne dass ich gross auf etwas verzichten musste», resümiert sie. Als sie das sagt, strahlt sie übers ganze Gesicht. Sichtlich stolz, sich selbst bewiesen zu haben, dass ein kleiner Gedanke oft Grosses bewirken kann.