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Kann denn Kaffee Sünde sein?

Kaffee gilt als eines der beliebtesten Getränke der Welt. Um seine Auswirkung auf unseren Körper ranken sich aber auch zahlreiche Mythen. Einigen sind wir in diesem Gesundheitstipp auf den Grund gegangen.

Zwei Kaffee am Morgen, zwei am Nachmittag und ein Espresso zum Znacht: Für viele Menschen ist das koffeinhaltige Getränk nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Auf dem Weg zur Arbeit oder spätestens bei der Ankunft muss ein Muntermacher her. Aber ist Kaffee eigentlich so ungesund wie es oft heisst? Wir sind ein paar Gerüchten nachgegangen.

Kaffee…

…macht wach und verursacht Schlafstörungen
Jein. Fakt ist: Kaffee enthält Koffein und dieser kann auf unseren Körper anregend wirken. Jedoch reagiert jeder Mensch anders auf Kaffee und es müssen auch weitere Faktoren berücksichtigt werden, um diese Aussage bestätigen oder widerlegen zu können. Ist jemand keinen Kaffee gewohnt, kann es durchaus zu Schlafstörungen kommen, wenn abends noch eine Tasse davon getrunken wird. Bei routinierten Kaffeetrinkern nimmt die Wirkung des Koffeins jedoch mit dem vermehrten Konsum ab. Gerade für ältere Menschen kann das Getränk sogar als Einschlafhilfe dienen, denn Schlafstörungen werden bei ihnen häufig durch eine fehlende Durchblutung des Gehirns ausgelöst. Diesem Problem wirkt Kaffee entgegen, denn etwa eine Viertelstunde nach der Einnahme setzt ein belebender Effekt auf die Hirnbotenstoffe ein.

…ist schlecht für das Herz
Es kommt auf die Menge an. Bis heute sind sich Fachleute uneinig darüber, ob der Konsum von Kaffee schädlich ist für unser Herz oder nicht. Diverse Studien kamen jedoch zum Resultat, dass Menschen, die zwischen drei und fünf Tassen Kaffee am Tag tranken, seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten als solche, die gar keinen Kaffee oder deutlich mehr als fünf Tassen konsumierten. Für Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen (zum Beispiel Bluthochdruck) ist Kaffee jedoch mit Vorsicht zu geniessen – für sie kann der Konsum tatsächlich schädlich sein. Betroffene sollten daher Rücksprache mit ihrem Arzt nehmen.

…entzieht dem Körper Wasser
Falsch. Die Aussage, dass Kaffee den Körper austrocknet, ist nicht richtig. Die Chlorogensäure darin wirkt zwar harntreibend, doch dem Körper wird davon keineswegs Flüssigkeit entzogen. Im Gegenteil: Kaffee besteht fast ausschliesslich aus Wasser und kann laut Bundesamt für Gesundheit sogar zur Flüssigkeitszufuhr beitragen – auch wenn hierbei Wasser natürlich an erster Stelle steht. Durch den Konsum von Kaffee wird zudem die Natriumabgabe über die Nieren gefördert, wodurch der Wasseranteil zwischen den Zellen sinkt, ohne dass Flüssigkeit aus den Zellen herausgezogen wird.

…schlägt auf den Magen
Richtig. Der bereits genannte Inhaltsstoff Chlorogensäure kann unsere Magenschleimhaut reizen, daher leiden einige Menschen nach dem Konsum an Sodbrennen. Kaffee schlägt vor allem auf den nüchternen Magen, weil er einen Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre bewirken kann. Dem kann jedoch einfach entgegengewirkt werden, indem man dem Getränk entweder etwas Milch beifügt oder es zusammen mit einer Mahlzeit konsumiert. Für Menschen mit einem empfindlichen Magen empfiehlt es sich ausserdem, stark geröstete Sorten wie Arabica-Bohnen zu wählen. Je intensiver die Bohnen geröstet werden, desto weniger Chlorogensäure enthalten sie.

15.03.2017

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