Diabetes: Strukturierte Behandlung kostet 1’999 Franken weniger

Wer an Diabetes leidet, profitiert von einer strukturierten Versorgung. Die Behandlung ist nicht nur qualitativ besser, sondern im Durchschnitt auch knapp 2’000 Franken im Jahr günstiger. Das zeigt die dritte wissenschaftliche Folgestudie zum Disease-Management-Programm, das von SWICA und Medbase initiiert worden ist.
Autorin:
Gioia Wetter

Medbase und weitere Partnerpraxen von SWICA bieten seit einigen Jahren ein Disease-Management-Programm (DMP) für Diabetes an. Das Winterthurer Institut für Gesundheitsökonomie (WIG) der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) begleitet das Programm von Medbase wissenschaftlich bereits im fünften Jahr und evaluiert die Effekte auf die Patientinnen und Patienten, die Ärzteschaft und das Gesundheitswesen. Schon in früheren Berichten zeigte sich der positive Einfluss des DMP auf die Versorgungsqualität.

Die neuste Auswertung der Daten aus dem Jahr 2022 bestätigt diesen Trend. Seit der ersten Messung 2018 erhielten die Patientinnen und Patienten mit einem DMP regelmässig eine bessere Behandlung als die Kontrollgruppe. Gemessen wird die Qualität daran, ob und wie die folgenden vier Faktoren erfüllt sind (sogenannte Guideline-Adhärenz):

  • Es wird zweimal jährlich der mittlere Blutzucker anhand einer HbA1c-Messungen kontrolliert oder es findet ein kontinuierliches Glukosemonitoring mittels Sensor statt.
  • Es werden jährlich die Blutfettwerte gemessen.
  • Es wird jährlich auf Nierenerkrankungen überprüft oder es findet eine ACE-Hemmer-Therapie statt.
  • Es findet alle zwei Jahre ein Augenarztbesuch statt.

 
Wie die neusten Daten zeigen, ist die Versorgung aber nicht nur besser, sondern auch günstiger. Der Anstieg der Gesundheitskosten bei den Patientinnen und Patienten innerhalb eines DMP war 2022 pro Person im Schnitt um 1’999 Franken tiefer als bei der Kontrollgruppe.

Aufgrund der guten Ergebnisse bieten neben den sieben Pilotpraxen bereits neun weitere Praxen ein DMP für Diabetes an. Die Zahl der Teilnehmenden wurde von anfänglich rund 700 auf über 1’000 gesteigert. Es ist davon auszugehen, dass es sich schweizweit um das grösste Diabetes-Kollektiv handelt, dass über eine so lange Zeit begleitet und untersucht wird.

Auf der Grundlage der Messergebnisse werden regelmässige Workshops durchgeführt, um die Praxen bei der Erfassung der Daten und der Umsetzung von Massnahmen zu unterstützen. Weil für die integrierte Versorgung innerhalb der DMP verschiedene Berufsgruppen wie (Fach-)Ärzteschaft, Praxisassistenz, Physiotherapie und Lifestyle-Coaching zusammenarbeiten, wird in den Workshops auch der Interprofessionalität grosse Bedeutung zugemessen.

Mehr zum Disease-Management-Programm bei Diabetes.