Aufbau eines integrierten Versorgungsmodells
Trio+ in der Region Winterthur

Geht es um die Erbringung einer koordinierten Gesundheitsleistung, dann besteht in den meisten Ländern Optimierungsbedarf. SWICA sieht in der integrierten Versorgung die Chance zur Verbesserung und baut gemeinsam mit dem Kantonsspital Winterthur und Medbase ein Versorgungssystem in der Region Winterthur auf. Gedanken zur Ausgangslage und dem Aufbau.

HINTERGRUND

Integrierte Versorgung hat das Ziel, die Gesundheitsleistungen optimal zu koordinieren. Und das mit gutem Grund: Die vielerorts bestehende Situation führt zu mangelnder Unterstützung und Verantwortung für Patientinnen und Patienten, zu einem verminderten Zugang zu Prävention und zur schlechten Kommunikation unter den Fachexperten.

ZIELSETZUNGEN IM GESUNDHEITSWESEN

FRAGESTELLUNG

Wie lauten  basierend auf internationalen Erfahrungen und internationaler Literatur   Leitgedanken für den Aufbau eines qualitativ hochwertigen, populationsorientierten, integrierten Versorgungssystems?

METHODEN

Literaturanalyse zu Praxisbeispielen aus der Schweiz und vergleichbaren Gesundheitssystemen, in denen integrierte Versorgungssysteme implementiert und evaluiert wurden. Die Suche wurde zudem auf Übersichtsartikeln zum Thema ausgeweitet. Die Recherche fand sowohl in Literaturdatenbanken als auch in grauer Literatur statt. Es kam zur Konsolidierung und Synopsis im Hinblick auf die praktische Umsetzbarkeit eines entsprechenden Modells im Gesundheitssystem Schweiz.

RESULTATE I

Best Practice Beispiele wurden in den USA, Australien und Deutschland (Gesundes Kinzigtal) identifiziert. Zudem existierten Scoping und Systematic Reviews.
Die Suche ergab folgende entscheidende Stellschrauben für den Aufbau eines integrierten Versorgungssystems:

  • Vorhandensein eines Vertrauensverhältnisses unter den Beteiligten Leistungserbringern und Kostenträgern
  • Bereitschaft, in die verbesserte intersektorale Zusammenarbeit zu investieren
  • Identifikation von Handlungsfeldern auf Basis der gemeinsamen Analyse von Behandlungspfaden
  • Bereitschaft, die Patientenperspektive bzw. den Patientennutzen ins Zentrum zu stellen
  • Erarbeitung eines Vergütungskonzepts, welches die Verlagerung von «Menge» hin zu «patientenseitigem Nutzen» unterstützt
  • Einsatz von IT zur Prozessoptimierung und Überbrückung von Schnittstellen
  • Nutzen von wissenschaftlichen Methoden und Erkenntnissen zur Identifikation von Ineffizienzen und Schnittstellenproblemen sowie zur kontinuierlichen Evaluation und Weiterentwicklung

Regenbogenmodell nach Valentin 2015.

RESULTATE II

  • Systemintegration: Bezieht sich auf eine sinnvolle Kombination von Strukturen, Prozesse und Techniken innerhalb eines Systems
  • Organisational Integration: Koordination zw. Organisationen (z.B. Verträge, strat. Allianzen, Know-How Transfer)
  • Professional Integration: Ausmass wie Gesundheitsfachleute interprofessionell zusammenarbeiten
  • Clinical Integration: personenzentrierte Versorgung als Einzelprozess über Disziplinen Ort und Zeit integriert
  • Functional Integration: Koordination von unterstützenden Funktionen (IKT, Finanzierung usw.)
  • Normative Integration: gemeinsame Haltung der Vision, Mission, Arbeitsinhalte

DISKUSSION

Die Ergebnisse lieferten Ansatzpunkte für die Diskussion mit lokalen Stakeholdern sowie für den Einstieg in Verhandlungen Ausgestaltung einer Zusammenarbeitserklärung, Detaillierung der Projektplanung und Einbezug von Stakeholdern und Öffentlichkeit.

Timmins u. Ham (2013)

ERGEBNIS

Projekt TRIO+ Integriertes Versorgungssystem für die Region Winterthur.

FÜR DIE PRAXIS

Integrierte Versorgungsmodelle bilden hausärztliche Arbeitsprinzipien wie populationsadaptiertes Vorgehen, Risikostratifizierung, evidenzbasierte Handlungsempfehlungen, Shared Decision Making und ressourcenschonendes Notfallmanagement auf der Ebene des Gesundheitssystems ab. Sie sind kohärent mit hausärztlichen Aufgaben und Kernkompetenzen und unterstützen diese.

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