Schlafapnoe: Todmüde trotz genügend Schlaf?
Content-Team SWICA
Gefährliche Atemaussetzer
Unter Schlafapnoe versteht man Atempausen im Schlaf, die mindestens zehn Sekunden andauern. Verursacht werden diese – in den meisten Fällen – durch die Lockerung der Muskulatur und des Gewebes im Hals. Durch diese Lockerung kann es dazu kommen, dass die Zunge und das Zäpfchen in den Rachen rutschen und die Atemwege blockieren. Man spricht von der sogenannten obstruktiven Schlafapnoe, der häufigsten Form von Schlafapnoe.
Schätzungsweise leiden 150‘000 Menschen in der Schweiz an Schlafapnoe. Die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher sein, denn Betroffene bekommen von den Atemaussetzern oftmals nichts mit. Sie wachen zwar kurz auf, weil die Sauerstoffversorgung unzureichend ist, schlafen aber danach direkt wieder ein. In vielen Fällen erfahren Betroffene erst davon, wenn sie von anderen Personen auf die Atemaussetzer oder ihr unregelmässiges Schnarchen hingewiesen werden, oder wenn sie aufgrund der Folgeerscheinungen eine Fachperson aufsuchen.
Müde, unkonzentriert, ausgelaugt
Wie äussern sich die Folgeerscheinungen von Schlafapnoe? Weil der Schlafrhythmus durch die Atemaussetzer stark gestört wird, fühlen sich Betroffene auch nach einer langen Schlafdauer extrem müde und haben durch den Tag Mühe, wach zu bleiben. Besonders bei eintönigen Tätigkeiten, wie zum Beispiel Lesen oder längeres Zuhören, kann es zu Schlafzwang und Sekundenschlaf kommen. Das kann vor allem beim Autofahren wegen des erhöhten Unfallrisikos gefährlich sein. Auch Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und sogar Depressionen können eine Folge von Schlafapnoe sein. Ausserdem haben Betroffene tendenziell eine tiefere psychosoziale Leistung, es fehlt ihnen also an Energie für den Job, für soziale Kontakte oder Sport. Zusätzlich erhöht sich das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall.
Begünstigende Faktoren für Schlafapnoe