Neues von SWICA

Geschäftsbericht 2021

Mit digitalen und zusätzlichen Angeboten war SWICA bereit für ein zweites Coronajahr. 855 000 Kundinnen und Kunden entschieden sich, ab 2022 weiterhin oder neu bei SWICA grundversichert zu sein. Alle Informationen zum Geschäftsjahr 2021 sowie Videobotschaften finden sich hier.

Patientinnen und Patienten ins Zentrum rücken

Das Universitätsspital Basel und das Kantonsspital Winterthur beabsichtigen, mit der «Patient Empowerment Initiative» gemeinsam mit SWICA und der CSS – sowie mit Unterstützung durch PwC Schweiz – ein neuartiges Tarifsystem zu entwickeln. Dieses fokussiert auf die Behandlungsqualität und den Patientennutzen.

Krankschreibung aus psychischen Gründen

Die von WorkMed, SWICA, der Hochschule Döpfer in Köln (statistische Analysen) und ValueQuest (Programmierung Fragebogen) durchgeführte Untersuchung hatte zum Ziel, die Hintergründe der Arbeitsunfähigkeiten aus psychischen Gründen besser zu verstehen. Denn die Arbeitsunfähigkeiten («Krankschreibungen») aus psychischen Gründen nehmen in der Schweiz wie auch in anderen Industrieländern stetig zu. Gemäss Niklas Baer, Leiter WorkMed, ist eine längere Arbeitsunfähigkeit nicht nur für den Menschen, sondern auch für den Betrieb belastend und wirkt sich auch gesellschaftlich und volkswirtschaftlich aus, da dies oft zur Arbeitslosigkeit und Invalidisierung führt.

Einige Resultate der Untersuchung
  • Psychisch bedingte Arbeitsunfähigkeiten dauerten im Durchschnitt 218 Tage und waren in 95 Prozent der Fälle Vollzeit-Krankschreibungen.
  • 57 Prozent aller psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten wurden durch eskalierende Probleme am Arbeitsplatz ausgelöst (Reaktionen auf Arbeitsplatzkonflikte, Kränkungen, Frustrationen, Veränderungen im Betrieb, wie beispielsweise Reorganisationen, Chefwechsel etc.).
  • Rund die Hälfte der krankgeschriebenen Versicherten verlor im Rahmen der Arbeitsunfähigkeit die Arbeitsstelle.

Sensibilisierung, Schulung und offene Diskussion
Für die Verfasser der Studie sind präventive Interventionen auf Betriebsseite nötig, um Eskalationen bzw. konfliktbedingte Arbeitsunfähigkeiten künftig zu reduzieren. Unternehmen sollen stärker sensibilisiert werden und präventiv eine förderliche Haltung und Frühintervention verankern. Sie fordern die Versicherungen auf, Unternehmen bei der Verhinderung negativer Verläufe zu unterstützen. Behandelnde Ärzte sollen in Bezug auf Arbeitsunfähigkeitszeugnisse besser geschult werden damit diese mehr dazu beitragen, dass die Patientinnen und Patienten ihre Stelle behalten können. Eine weitere Schlussfolgerung der Untersuchung ist, dass in der Gesellschaft und in den Medien mehr darüber diskutiert werden sollte, wie wir mit den Herausforderungen (Frustration, Veränderung, Konflikte etc.), die das Arbeitsleben mit sich bringt, produktiv umgehen können. Denn diese führen oft zu Krankschreibungen und in der Folge zur Ausgliederung aus dem Arbeitsmarkt. Dass sich immer mehr Personen in psychiatrisch-psychologischer Behandlung befinden wird zwar als ein Fortschritt betrachtet, die zunehmende Arbeitsunfähigkeit indes als ein Rückschritt.

Drei Fragen an Niklas Baer

Leiter WorkMed, Kompetenzzentrum der Psychiatrie Baselland

Was haben Sie sich von den Resultaten dieser Studie erhofft?

Wir haben uns anhand der Datenanalyse vor allem erhofft, ein besseres Verständnis der Auslöser von psychisch bedingten Arbeitsunfähigkeiten zu erhalten. Und wir haben gehofft Hinweise zu erhalten, wie der steigenden Ausgliederung von Menschen mit psychischen Problemen aus dem Arbeitsmarkt wirksam begegnet werden kann. Ich denke, dank dieser umfassenden und auch aufwändigen Untersuchung verstehen wir die Dynamik besser. Was ich mir für die Zukunft wünsche ist, dass wir dank dieser Erkenntnisse mit den Beteiligten ins Gespräch kommen und gemeinsam Lösungen finden. Krankschreibungen sind komplex, da kommen wir nur weiter, wenn alle am selben Strick ziehen.

Waren die Ergebnisse überraschend oder haben sie einen Trend bestätigt?

Für mich waren sie beides, überraschend und gleichzeitig eine Bestätigung der praktischen Erfahrung. Dass Arbeitsplatzkonflikte dabei eine wichtige Rolle spielen, war für mich von vornherein klar, da sehr viele unserer Klienten über diese Konflikte berichten. Dass aber die Mehrheit aller Krankschreibungen durch Kränkungen und Konflikte ausgelöst werden, hat mich überrascht. Psychische Krankheiten haben in der Bevölkerung ja nicht zugenommen, Krankschreibungen aber schon. Es liegt sicher auch daran, dass wir heute anders mit Belastungen umgehen. Wir regeln das nicht mehr am Arbeitsplatz, sondern gehen zum Arzt. Das ist zum einen ein Fortschritt, denn früher ging kaum jemand zum Psychiater. Aber es ist auch ein Rückschritt, weil wir alltägliche Probleme zunehmend medikalisieren. Statt Kränkungen, Frustrationen und Konflikte vor Ort zu lösen, werden Mitarbeitende krankgeschrieben. Hier sind die Angestellten genauso gefordert wie die Arbeitgeber und die Ärztinnen und Ärzte.

Was ist Ihr dringlichster Appell aus dieser Studie?

Dass in den Unternehmen viel mehr darüber gesprochen wird, wie mit psychischen Problemen umgegangen werden soll. Darüber, dass psychische Problem am Arbeitsplatz schon immer so häufig waren wie beispielsweise Rückenprobleme, dass das eigentlich völlig normal ist. Dass es nicht zuerst darauf ankommt, ob jemand psychische Probleme hat, sondern darauf, dass alle sachlich damit umgehen. Dass man sich getraut, psychisch auffällige Mitarbeitende anzusprechen und sich interessiert, was los ist. Dass geklärt wird, wo das Unternehmen Unterstützung anbieten soll aber auch die Angestellten in der Verantwortung sind, lösungsorientiert mitzuarbeiten. Psychische Krankheiten gibt es, das muss man akzeptieren. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht auch eine gewisse Eigenverantwortung einfordern darf. Dafür braucht es eine gemeinsame Haltung, die auch von den Ärzten mitgetragen wird. Die Versicherungen können hier sicher unterstützen und mit entsprechenden Anreizen dazu beitragen.

slowUp 2022: SWICA ist nationaler Sponsor

Vor mehr als 20 Jahren wurde der erste slowUp als Vorevent der Expo.02 durchgeführt. Die Teilnehmerzahl und auch die Anzahl der Austragungsorte nahmen laufend zu und mittlerweile ist der slowUp ein nationaler Event geworden. Über 500 000 Personen geniessen unter anderem zu Fuss, auf den Inline-Skates oder mit dem Velo das autofreie Ambiente der inzwischen 18 slowUp. Die Strecken sind möglichst flach und das – mehrheitlich gemächliche – Tempo wie auch die zurückgelegten Distanzen können von den Teilnehmenden selber bestimmt werden. Für die An- und Rückreise empfehlen die Organisatoren die eigene Muskelkraft oder die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. SWICA wird in diesem Jahr an den Anlässen präsent sein und freut sich über Besuche an ihren Ständen.

15.05.2022 Schwyz-Swiss Knife Valley
22.05.2022 Schaffhausen-Hegau
29.05.2022 Solothurn-Buechibärg
19.06.2022 Hochrhein
26.06.2022 Jura
03.07.2022 Vallée de Joux
17.07.2022 la Gruyère
31.07.2022 Valais
14.08.2022 Brugg Regio
21.08.2022 Seetal
28.08.2022 Bodensee Schweiz
04.09.2022 Mountain Albula
11.09.2022 Emmental-Oberaargau
18.09.2022 Basel-Dreiland
25.09.2022 Zürichsee