Verliebtsein beflügelt – doch was, wenn das schöne Gefühl zur Obsession wird? Das Krankheitsbild der Limerenz beschreibt genau diese intensive Form von zwanghaftem Verliebtsein. Unaufhörlich kreisen die Gedanken um diese eine Person, die Gefühle schwanken zwischen Glück, Hoffnung und Verzweiflung. Was anfänglich romantisch wirkt, kann die mentale Gesundheit schnell belasten.
Das Gefühl des Verliebtseins kann beflügelnd und erfüllend sein, geht aber oftmals mit einer emotionalen Achterbahnfahrt einher. Er liebt mich, er liebt mich nicht. Sie liebt mich, sie liebt mich nicht … Wird die Verliebtheit zur Besessenheit, spricht die Psychologie von Limerenz. Dieses Krankheitsbild beschreibt ein oftmals zwanghaft intensives Verhalten, bei dem Gefühle und Gedanken gegenüber einer geliebten Person kaum noch kontrolliert werden können.
Bei Limerenz, diesem «Überempfinden», drehen sich die Gedanken unaufhörlich um diese eine Person. Dadurch entsteht eine emotionale Abhängigkeit, die mit starken Stimmungsschwankungen einhergeht.
Betroffene können es kaum erwarten und freuen sich extrem, wenn sie von ihrer Angebeteten oder ihrem Angebeteten hören. Die Sehnsucht wird zwanghaft, der Schwarm idealisiert und die Angst vor Zurückweisung ist allgegenwärtig. Distanziert sich die Person jedoch, werden die eigenen Gefühle schnell negativ. Das kann sogar zu körperlichen Symptome führen – etwa Herzrasen, Kopfschmerzen oder Konzentrationsschwierigkeiten. Limerenz kann dazu führen, dass man sich und seine eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund stellt und sich sozial isoliert.
Wer liebt, ist abhängig von der anderen Person. Die Ungewissheit, ob die Liebe erwidert wird, die Hoffnung, dass die Liebe erwidert wird, ungestilltes Verlangen – das ist zwar nicht ungewöhnlich, kann aber eine obsessive Dynamik annehmen.
Die Ursachen für Limerenz sind vielfältig und sehr individuell; ein unsicherer Bindungsstil, eine hohe emotionale Sensibilität und Empfindsamkeit oder eine schwach ausgeprägte Gefühlsregulation. Auch ein niedriges Selbstwertgefühl oder ADHS können Limerenz begünstigen.
Es gibt einige Strategien und Verhaltensweisen, wie man sich vor exzessivem Verliebtsein schützen kann:
Die emotionale Überwältigung durch Limerenz kann mit der Zeit ziemlich erschöpfend sein. Mit einer guten Selbstreflektion kann man sich selbst und seine Gefühlswelt wieder in den Griff bekommen. Das eigene Verständnis für die Situation und die eigene Gefühlswelt sowie bewusst gesetzte Schritte können helfen, wieder Stabilität und emotionale Freiheit zurückzugewinnen.
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