Ein Tänzchen in Ehren…

...sollte definitiv niemand verwehren. Bei den Rezepten für ein gutes, langes Leben spielt körperliche Aktivität eine entscheidende Rolle. Wer rastet, der rostet, besagt ein altes Sprichwort. Wissenschaftlich ist zudem erwiesen, dass Bewegung jung hält. Besonders hoch im Kurs steht Tanzen.

Bewegung und Sport sind wichtig für die Gesundheit und Leistungsfähigkeit in allen Altersgruppen. Für ältere Menschen ist tägliche Aktivität jedoch von besonders grosser Bedeutung, weil sie die Lebensqualität steigern und den Verlust der Unabhängigkeit verhindern oder zumindest hinauszögern kann. Mit zunehmendem Alter schwinden die Muskeln, aber auch kognitive Fähigkeiten wie die Aufmerksamkeit oder das räumliche Wahrnehmungsvermögen nehmen ab.

Durch Bewegung lassen sich auch bereits bestehende chronische Leiden positiv beeinflussen. Unabhängig davon, ob Einschränkungen bei älteren Menschen körperlicher oder geistiger Natur sind; sie profitieren von Aktivität, wenn diese an ihre persönlichen Voraussetzungen angepasst ist.

Das bewirkt Bewegung im Alltag:

  • Mehr Kraft und besseres Gleichgewicht, etwa beim Treppensteigen, Einkaufen, Aufstehen vom Stuhl
  • Verbesserte Reaktionsfähigkeit, um sich beim Stolpern aufzufangen und nicht zu stürzen
  • Grössere Trittsicherheit, zum Beispiel auf unebenen oder rutschigen Wegen
  • Verminderung des Risikos von Herz-Kreislauf-Krankheiten, Übergewicht, Diabetes, Krebs, Depressionen, Rückenschmerzen
  • Gesteigertes Wohlbefinden und Selbstvertrauen, mehr Unternehmenslust und Mobilität

Gesundheitsförderung Schweiz empfiehlt älteren Menschen wöchentlich mindestens 2,5 Stunden Bewegung mit mittlerer Intensität oder 1,25 Stunden Sport mit hoher Intensität, damit ein gesundheitlicher Effekt spürbar wird. Zu den sportlichen Aktivitäten, die sich grundsätzlich bis ins hohe Alter ausüben lassen, gehören verschiedene Ausdauersportarten, aber auch gezieltes Krafttraining.

Tanzen ist für ältere Menschen geradezu prädestiniert. Beim Tanzen werden nämlich nicht nur die Beinmuskulatur gestärkt und die Ausdauer trainiert, sondern auch das dynamische Gleichgewicht und die Orientierung im Raum gefördert. Dazu kommt, dass man neue Schrittabfolgen lernt, sich gleichzeitig dazu bewegen muss und auch noch den Rhythmus beibehalten sollte: eine motorische und kognitive Herausforderung, die offenbar fit und jung hält.

Als gesellschaftliche Aktivität hat Tanzen eine lange Tradition. Es verbindet Vergnügen mit Training und sozialem Austausch. Gerade letzterer ist für die Gesundheit der älteren Bevölkerung enorm wichtig, weil ein Mangel an sozialen Kontakten den Gesundheitszustand erwiesenermassen beeinträchtigen kann. Wer mit Tanzen dem Altern vorbeugen will, sollte sich also regelmässig ein Tänzchen allein, zu zweit oder in der Gruppe gönnen. Dass man fürs Tanzen nie zu alt sein kann, beweisen die zahlreichen Tanzkurse für Seniorinnen und Senioren von Pro Senectute und grösseren Tanzschulen.

Pro Senectute hält Senioren fit
Von Aquafit über Tanzen bis zum GymFit und Wandern: In den kantonalen und interkantonalen Pro Senectute Organisationen finden rund 150 000 Senioren und Seniorinnen eine Vielzahl an Bewegungs- und Sportangeboten. Ziel bei allen Aktivitäten ist es, durch körperliche Fitness die Lebensqualität älterer Menschen zu erhalten oder sogar zu verbessern. Dabei spielt das gesellschaftliche Miteinander eine zentrale Rolle. Über 900 Kurse von Pro Senectute tragen das Qualitätslabel von «sicher stehen – sicher gehen».

Tanzen hält jung – deshalb ist Pro Senectute führend mit dem Angebot an Alterstanzkursen. Vincent Brügger, Leiter Kurse Pro Senectute Schweiz, erklärt im Interview, wieso die Altersorganisation bei der Gesundheitsförderung für ihre Kundinnen und Kunden besonders aufs Tanzen setzt.

Pro Senectute bietet eine grosse Bandbreite an Bewegungsförderungsaktivitäten für Senioren an. Warum ist gerade der Tanzsport für Pro Senectute so wichtig?
Tanzen erfreut sich grosser Beliebtheit und zählt neben Fitness und Wandern zu unseren gefragtesten Bewegungsangeboten von Pro Senectute. Dies hat mehrere Gründe. So schätzen die Teilnehmenden einerseits die regelmässige Bewegung, andererseits die Kontakte und Geselligkeit in der Tanzgruppe. Hinzu kommt, dass Musik und Rhythmus etwas Motivierendes haben. Zudem hat Tanzen als regelmässige Aktivität mehrere Vorteile: Es verbessert die Koordination, stärkt die Beinkraft und wirkt in diesem Sinne auch als Sturzprävention. Es kombiniert körperliche und kognitive Aufgaben und macht Spass.

Was für Angebote hat Pro Senectute im Bereich Tanzen? Welche finden am meisten Beachtung? Können Sie Zahlen nennen?
Wir bieten internationale Tänze, Volkstänze, den klassischen Paartanz und in einzelnen Kantonen das sogenannte «Everdance», den Tanz ohne Partnerin oder Partner für jedermann an. In diesen Kursen durften wir 2019, vor der Corona-Pandemie, über 13 000 Teilnehmende in rund 700 Gruppen begrüssen. Diese hielten oft auch in der Zeit der Pandemie den Kontakt, da diese Kurse nicht immer möglich waren. Dank eines eigens entwickelten Schutzkonzepts konnten aber bereits 2020 – vor allem im Sommer – schon wieder über 7 000 Teilnehmende bei uns tanzten.

Die Corona-Pandemie hat also viele Projekte gestoppt. Geht es jetzt in Sachen Tanzen wieder vorwärts?
Es geht wieder vorwärts, was die Teilnehmenden sehr freut, aber wir bleiben vorsichtig. Unsere Kursleitenden waren im Corona-Jahr äusserst aufmerksam und verschoben lieber einen Kurs als ein Risiko einzugehen. Letztes Jahr führten wir auch verschiedene Kurse digital durch, was beim Tanzen nicht ganz einfach ist. Es fehlte natürlich die Gruppendynamik, aber wir glauben, dass dies trotzdem für etwas Abwechslung gesorgt hat. Im Frühjahr haben wir dann einzelne Tanzkurse im Freien durchgeführt, welche sich in Genf und im Tessin grosser Beliebtheit erfreuten. Wir spüren den Willen, von sehr vielen Seniorinnen und Senioren, wieder regelmässig Tanzen zu können und setzen alles daran, dies sicher möglich zu machen. Es sind immer auch neue Gesichter willkommen – ob einst fleissige und geübte Tänzerinnen und Tänzer, ob Neueinsteigerinnen und Neueinsteiger. Alle Kurse stehen auf der Website unter prosenectute.ch/kurssuche, wo man unter Eingabe der Postleitzahl auf einen Blick alle Tanzkurse in der Nähe findet. Wir suchen übrigens auch motivierte Tanzleiterinnen und -leiter, die sich in sieben Tagen bei uns ausbilden und regelmässig weiterbilden lassen können.

Wie entwickelt sich die Nachfrage?
Wir rechnen aufgrund der Demografie damit, dass die Nachfrage weiter steigen wird. So werden in den kommenden zehn Jahren Menschen in Pension gehen, die fit und motiviert sind, Neues zu lernen und gesundheitlich am Ball zu bleiben. Das freut uns enorm und motiviert uns, uns stetig weiterzuentwickeln und unsere Angebote weiter auszubauen. Was aber bleiben wird, ist, dass wir gerne mehr Männer in den Kursen hätten.

Sind die «Everdance-Kurse», bei denen ohne Partner getanzt werden kann, eine Erfindung von Pro Senectute?
«Everdance» ist ein gelungenes Beispiel einer Kooperation zwischen einer Bewegungsfachperson und Pro Senectute und nahm den Anfang bei Pro Senectute Kanton Zürich. Eine motivierte Expertin im Bereich Alterssport machte sich das Konzept «Everdance» zu eigen, indem sie dieses auf Bedürfnisse und Voraussetzungen von Seniorinnen und Senioren adaptierte und erfolgreich etablieren konnte. In Zusammenarbeit mit Pro Senectute Schweiz wurde schliesslich eine Weiterbildung für Kursleitende erarbeitet, sodass das heute sehr erfolgreiche Kursangebot auch ausserhalb des Kantons Zürich angeboten werden kann.

Bei SWICA gilt Tanzsport als Gesundheitsvorsorge, weil er geistig wie körperlich gesund hält. SWICA unterstützt ihre tanzenden Versicherten deshalb mit jährlichen Beiträgen von bis zu 600 Franken* an Tanzkurse und Privatlektionen bei den von SWICA-anerkannten Tanzschulen sowie an den Mitgliederbeitrag von Tanzvereinigung Schweiz.

* Hier klicken für Details zur Beteiligung