Neues Tarifsystem für Spitäler dank Patient-Empowerment-Initiative

Wenn Qualität den Preis bestimmt: Eine Initiative von Spitälern und Krankenversicherern verknüpft die Vergütung erstmals mit dem Behandlungsergebnis und rückt damit die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten stärker in den Fokus.

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Winterthur01. November 2026

Am Universitätsspital Basel (USB) wird ein neues Tarifsystem für Spitäler entwickelt. Erstmals hat dabei das Behandlungsergebnis einen direkten Einfluss auf die Vergütung der Spitalleistung. Innerhalb der Patient-Empowerment-Initiative entwickelt das USB gemeinsam mit den führenden Krankenversicherern SWICA und CSS, dem Kantonsspital Winterthur (KSW) und mit Unterstützung von PwC Schweiz den neuen Vergütungsmechanismus, der das Behandlungsergebnis in die Preisgestaltung miteinbezieht.

Wie misst man ein Behandlungsergebnis? 

Weil der Preis für die Behandlung direkt an den Patientennutzen gekoppelt wird, muss dieser zuerst gemessen werden. Dazu werden die Patientinnen und Patienten nach ihrem individuellen Erlebnis und Empfinden befragt – und zwar vor und nach der Behandlung. Der Fachbegriff für diese Befragung heisst «Patient Reported Outcome Measures» (PROMs). 

Zudem fliessen objektive klinische Behandlungsergebnisse wie Komplikationen oder nochmalige Operationen in die Qualitätsbemessung mit ein (der Fachbegriff dafür lautet «Clinical Reported Outcome Measures», kurz CROMs).

Das neue Tarifsystem hat mehrere Vorteile

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    Die Qualität der Behandlung und nicht nur die Menge der Leistungen steht im Vordergrund.

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    Durch die Befragung rücken der wahrgenommene Gesundheitszustand und die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten stärker in den Mittelpunkt.

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    Die systematische Befragung fördert den Arzt-Patienten-Dialog. Dadurch werden Patientinnen und Patienten befähigt, zusammen mit dem Behandlungsteam Entscheidungen zu treffen (daher der Name «Patient Empowerment Initiative»).

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    Über- und Fehlversorgung wird entgegengewirkt: Einerseits wird sie finanziell nicht belohnt, andererseits unterstützt der Arzt-Patienten-Dialog eine optimale Behandlung.

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    Die Behandlungsqualität wird verbessert und das Gesundheitssystem finanziell entlastet.

«Mit der Patient-Empowerment-Initiative setzen sich Spitäler und Versicherer gemeinsam für Qualität vor Quantität ein. Dabei warten wir nicht auf den Gesetzgeber, sondern machen im bestehenden System einen konkreten Vorschlag, wie das umgesetzt werden kann», erklärt SWICA-Geschäftsleitungsmitglied Daniel Rochat.

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«Wir glauben, dass die Initiative das Potenzial hat, das schweizerische Gesundheitswesen nachhaltig zu verändern.»

Daniel Rochat

Geschäftsleitungsmitglied SWICA

Ein Pilotprojekt mit Signalwirkung

Bereits in ihren Anfängen wurde die Initiative 2022 mit dem Prix d’excellence santeneXt für ihren wegweisenden Charakter ausgezeichnet. Im März 2026 wurde das Tarifsystem schliesslich vom Regierungsrat Basel-Stadt genehmigt. Damit wurde die Basis für eine zukünftige Abrechnung ausgewählter Eingriffe am USB nach neuem System gelegt. In der Pilotphase fokussiert das Spital auf elektive primäre Hüft- und Knieersatzoperationen. Langfristig soll der Mechanismus auf weitere Behandlungen ausgeweitet werden.

«PROMs, aktiv im Behandlungspfad genutzt, stärken unsere Patientinnen und Patienten. Ihre Verwendung in Kombination mit krankheitsspezifischen Qualitätsindikatoren für innovative Vergütungen ist ein entscheidender Schritt in die wertbasierte Medizin.»

Dr. med. Florian Reuter

Leiter Qualitätsmanagement & Value Based Healthcare, Universitätsspital Basel

Gemeinsam für eine zukunftsfähige Gesundheitsversorgung

Das Schweizer Gesundheitssystem steht vor grossen Herausforderungen: Steigende Kosten, mangelnde Koordination und oft ungenügende Transparenz belasten die Patientinnen und Patienten, aber auch die Prämienzahlenden. Dafür arbeiten wir mit zahlreichen Gesundheitspartnern wie Spitälern, Ärztenetzen, Apotheken und unserer innovativen Onlinepraxis santé24, aber auch Bildungs- und Politinstitutionen zusammen – für ein System, dass die Qualität der Behandlung belohnt und nicht die blosse Menge.

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