Was tun, wenn man nicht mehr kann – aber lange nicht versteht, warum? Bei Peter* war es vor allem die anhaltende Überlastung im Job, die ihn an seine Grenzen brachte. Er suchte die Schuld überall. Nur nicht dort, wo das Problem wirklich lag. Bis ein Telefonat mit santé24 alles veränderte.
*Name von der Redaktion geändert
Es beginnt nicht an einem einzelnen Tag. Eher schleichend. Peter, 52, leistet viel bei seiner Arbeit, übernimmt Verantwortung und stellt hohe Ansprüche an sich selbst. Zu hohe, wie er heute sagt. «Ich wollte funktionieren. Ich wollte meine Arbeit machen. Und ich wollte nicht, dass mein Umfeld merkt, wie schlecht es mir eigentlich geht.»
«Man merkt selber gar nicht, dass es einem schlechter geht.»
Über längere Zeit verliert Peter Energie. Erst fällt es anderen auf, vor allem aber seiner Partnerin. Sie sagt ihm, dass er Lebensfreude verloren habe. Er selbst merkt es lange nicht. Dann kommen körperliche Beschwerden dazu: Rückenschmerzen, Hautprobleme, Krämpfe, Bluthochdruck. Sein Körper sendet Warnzeichen, doch Peter deutet sie falsch.
«Ich habe an den falschen Orten gesucht. Ich habe der Freizeit die Schuld gegeben, dem Haus, sogar den Grosskindern. Aber nicht der eigentlichen Ursache.» Diese Ursache liegt vor allem am Arbeitsplatz: hohe Belastung, Druck, Perfektionismus. Das Gefühl, immer funktionieren zu müssen.
Es ist ein Montagmorgen. Peter kann nicht mehr aufstehen. Nicht im übertragenen Sinn. Sondern körperlich. Die Rückenschmerzen sind so stark, dass seine Partnerin die Sanität rufen muss. Im Spital suchen die Ärzte nach einer körperlichen Ursache, finden aber nichts.
Stattdessen wird klar: Der Auslöser liegt nicht im Körper, sondern tiefer. Der Körper hat eine Grenze gezogen. «Mein Körper hat mich gezwungen, nicht mehr zur Arbeit zu fahren.» Für eine Woche fällt Peter aus. Doch selbst dann fällt es ihm schwer, die Ursache wirklich anzunehmen.
Ob körperliche Beschwerden, Erschöpfung oder psychische Belastung: santé24, die Onlinepraxis von SWICA, unterstützt Versicherte bei gesundheitlichen Fragen und bietet medizinische sowie psychologogische Beratung und Behandlung. Die medizinischen Informationen bleiben ausschliesslich bei santé24.
Medizinische Fachpersonen sowie Ärztinnen und Ärzte unterstützen telefonisch oder digital. Bei Bedarf kann auch weitere Begleitung vermittelt werden – etwa durch ein Care Management Team. Beides ist Teil der Grundversicherung.
Mit der Zeit wird die Belastung grösser. Die Abstände, in denen Peter am Arbeitsplatz nicht mehr funktioniert, werden kürzer. Dazu kommen Ängste: «Man entwickelt Zukunftsangst und verliert die Perspektive.» Sein Umfeld merkt, dass es ihm nicht gut geht. Er wird darauf angesprochen, aber er blockt ab.
An einem Samstag geht es Peter besonders schlecht. Seine Partnerin sagt: Jetzt ist fertig. Jetzt muss etwas passieren. Peter ruft bei santé24 an, der Onlinepraxis von SWICA. Für ihn ist es ein erster Schritt und gleichzeitig eine Hürde. Doch am Telefon passiert etwas, womit er nicht gerechnet hat.
«Ich wurde sofort ernst genommen. Mir wurde mit grosser Empathie begegnet. Und mir wurde Mut gemacht.»
Nach dem ersten Kontakt mit santé24 wird das Care Management Team von SWICA miteinbezogen für die Herausforderungen bei der Arbeit. Von ihnen erhält Peter zusätzliche Unterstützung. Die Psychotherapie läuft weiterhin über das Team von santé24, das ihn auch Schritt für Schritt aus der Situation begleitet.
Am Telefon hört er etwas, das ihm seine Freunde und Familie schon länger zu sagen versucht hatten. «Das Umfeld ist oft zu nett zu einem», sagt Peter. «Aber im Care Management wurde mir klar gesagt: Es ist jetzt zwölf Uhr.»
Diese klare Ansprache wird für ihn zum Wendepunkt. Zum ersten Mal akzeptiert er, dass es so nicht weitergeht. «Ich habe verstanden: Ich muss mir selbst helfen. Ich darf nicht auf Hilfe von aussen warten.»
Peter bekommt psychologische Unterstützung. Nicht vor Ort, sondern telefonisch – für ihn genau richtig. Über mehrere Monate spricht er regelmässig mit einer Psychologin. Dabei geht es um Themen, die ihn lange begleitet haben. Perfektionismus zum Beispiel. «Ich habe verstanden, dass die letzten fünf Prozent oft viel zu viel Energie brauchen.»
Er lernt, Dinge auch einmal bei 90 oder 95 Prozent stehen zu lassen. Nicht, weil sie ihm egal sind. Sondern weil er merkt: Der Preis für Perfektion war zu hoch. «Ich wollte nicht krank sein. Ich wollte Lösungen finden. Das war mein Antrieb.»
Heute lebt Peter bewusster. Er hört mehr auf seinen Körper. Er setzt Grenzen. Beruflich und privat. Das klingt einfach. Ist es aber nicht, wenn man jahrelang anders funktioniert hat. «Arbeit ist gut, Arbeit ist wichtig. Aber Arbeit ist nur ein Teil vom Leben.»
Er verbringt bewusster Zeit mit seiner Partnerin, geht wieder ins Restaurant, macht Ausflüge, sucht aktiv Ausgleich. Und wenn er merkt, dass es zu viel wird, steuert er früher gegen. Auch seine Partnerin reagiert heute schneller. «Wenn sie merkt, dass ich in alte Muster zurückfalle, kommt der erhobene Zeigefinger.»
Was Peter besonders geblieben ist: die Erkenntnis, dass Hilfe anzunehmen kein Zeichen von Schwäche ist. Und dass manchmal ein einziger Anruf genügt, um etwas zu verändern. «Wenn ich mir das Bein breche, gehe ich ja auch zum Arzt. Man muss akzeptieren, dass es im Leben Punkte gibt, an denen man selber nicht weiterkommt.»
Sein Rat an Menschen in ähnlichen Situationen ist klar: nicht zu lange warten. «Ich habe immer geglaubt, ich mache alles richtig und alle anderen machen alles falsch», sagt er. «Ich wurde ausgemittelt.» Und genau das habe ihm neue Perspektiven eröffnet.