Legionellen: So schützt man sich vor einer Ansteckung

Sie leben in Wasserrohren, Kühltürmen und Klimaanlagen und gelangen über kleinste Wasserteilchen in unsere Lunge – die Legionellen. Dort angekommen, können sie schwere Infektionen verursachen. Die Zahl der Erkrankten in der Schweiz nimmt Jahr für Jahr zu.

Autor/inSWICA Content Team
3 Minuten Lesezeit08. September 2026

«Legionellen-Ausbruch in Basel sorgt für Chaos», «Winterthur schliesst Hallenbad-Duschen wegen Legionellen», «Ist es der Klimawandel? Gefährliche Infektionen mit Legionellen nehmen zu». Diese Schlagzeilen zeigen: Legionellen-Ausbrüche scheinen keine Seltenheit zu sein. Tatsächlich häufen sich die Fälle in der Schweiz seit 2001, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) berichtet. Jährlich werden dem BAG mehrere hundert Fälle gemeldet – die meisten im Sommer.

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Legionellen und ihre Auswirkungen

Legionellen sind kleine, stäbchenförmige Bakterien. Sie sind vor allem in warmem Wasser weit verbreitet. Sie kommen natürlicherweise in fast allen wässerigen und feuchten Umgebungen vor und mögen Wassertemperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius. Es gibt verschiedene Arten von Legionellen: Für den Menschen ist vor allem die Art Legionella Pneumophila relevant, da sie am häufigsten Erkrankungen verursacht. 

Das Legionärsfieber (Legionellose) ist die schwerere der beiden Erkrankungen, die durch Legionellen ausgelöst werden können. Es kann gravierende Folgen mit sich bringen und im schlimmsten Fall tödlich enden. Die leichtere Krankheit ist das Pontiac-Fieber, bei welchem grippeähnliche Symptome wie Fieber, Husten, Muskel- und Kopfschmerzen auftreten. Das Pontiac-Fieber klingt nach wenigen Tagen von selbst ab und wird meist gar nicht mit Legionellen in Verbindung gebracht, da die Symptome auch zu anderen, harmlosen viralen Erkrankungen passen.

Die Ansteckung durch Legionellen erfolgt über Aerosole, also Wasserteilchen, die sich in der Luft ausbreiten. Die Aerosole gelangen in die Luftwege und beeinträchtigen die Lungenfunktion. Keine Gefahr hingegen besteht beim Schlucken von kontaminiertem Wasser, da die Magensäure die Legionellen abtötet.

Risikogruppen und Infektionsquellen

Das Risiko für eine Ansteckung mit der Legionärskrankheit ist vor allem für Raucherinnen und Raucher, Personen mit Vorerkrankungen der Lunge oder geschwächtem Immunsystem und ältere Meschen ab etwa 60 Jahren erhöht. Fachpersonen haben festgestellt, dass chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Beschwerden das Erkrankungsrisiko ebenfalls begünstigen. Männer erkranken gemäss BAG etwa zwei- bis dreimal häufiger als Frauen.

Legionellen vermehren sich wie viele andere Bakterien besonders in feuchten Umgebungen und bei warmen Wassertemperaturen. Mögliche Infektionsquellen sind daher Anlagen und Geräte, in denen sich warmes, stehendes Wasser befindet, und fein zerstäubt wird. Typische Beispiele hierfür sind Whirlpools, Duschen, Klimaanlagen, Luftbefeuchter und Kühltürme. Aber auch Heizungsanlagen und generell Wasserleitungen können Brutstätten für Legionellen sein, vor allem, wenn dort warmes Wasser längere Zeit steht oder die Rohre z.B. durch Ablagerungen das Anheften und Wachsen von Legionellen begünstigen. 

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Gründe der zunehmenden Fälle

Die Zahl der Legionellen-Infektionen nimmt stetig zu. Einerseits ist dies darauf zurückzuführen, dass häufiger gemeldet und besser getestet wird. Andererseits ist das BAG der Meinung, dass die immer heisseren Sömmer zunehmend ideale Bedingungen für die Verbreitung von Legionellen begünstigen. Als einer der möglichen Gründe wird auch die demografische Entwicklung gesehen, da ältere Personen ein höheres Risiko aufweisen, an Legionellose zu erkranken. Zudem beeinflussen Änderungen im Bauwesen das Infektionsrisiko, wenn Wasserhygienestandards nicht eingehalten werden.

So schützt man sich vor Legionellen

Personen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko wird empfohlen, Wasserquellen bei sich zu Hause mit einem Legionellenfilter auszurüsten. Für einen effektiven Legionellenschutz im eigenen Heim werden folgende Massnahmen empfohlen:

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    Periodische Kontroll- und Wartungsarbeiten bei Wasserquellen durchführen

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    Regelmässige Entkalkung von Wassererwärmungsanlagen und Armaturaufsätzen

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    Boiler auf 60 Grad einstellen und Kaltwasser nicht wärmer als 25 Grad werden lassen.

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    Eine generelle, periodische Testpflicht für private Mietwohnungen gibt es nicht; strenge Vorgaben und Prüfpflichten gelten jedoch primär für öffentliche Einrichtungen, Spitäler, Hotels, Hallenbäder und gewerbliche Duschanlagen im Rahmen der Selbstkontrolle

Weitere Informationen zum Schutz vor Legionellen sind auf der Website des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen zu finden.

Quellenangaben

«Legionellen: So schützen Sie sich vor einer Ansteckung», Schweizer Radio und Fernsehen SRF (05.08.2026)

«Dusch- und Badewasser», Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV

«Legionärskrankheit in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein im Jahr 2025», Bundesamt für Gesundheit BAG, Bulletin (07.07.2026)

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