Für viele Frauen ist der zytologische Abstrich fester Bestandteil des jährlichen Gynäkologie-Termins. Nun soll Schluss damit sein, denn gemäss Expertinnen und Experten gehört der jährliche Abstrich zur Top-5-Liste unnötiger Massnahmen.
Nach dem Motto «weniger ist mehr» hat es sich der Verein Smarter Medicine zum Ziel gesetzt, Fehl- und Überversorgungen in der Medizin zu thematisieren. Rund 20 medizinischen Fachgesellschaften haben bereits eine Top-5-Liste mit medizinischen Behandlungen erstellt, die in der Regel unnötig sind. Die neueste Liste wurde nun durch die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) veröffentlicht. Sie empfiehlt, auf folgende fünf Massnahmen zu verzichten:
Was bedeuten die Empfehlungen für Patientinnen und Patienten? Nicht nur Smarter Medicine, auch die Stiftung für Konsumentenschutz empfiehlt, mit der Ärztin oder dem Arzt ein partnerschaftliches Gespräch zu führen, da die aufgeführten Untersuchungen mit Risiken verbunden seien, die möglicherweise mehr schaden als nützen.
Sollten Voruntersuchungen per se gemacht werden und wenn ja, welche? Roger Bachmann, Verantwortlicher Fachbereich Gesundheitsförderung und Komplementärmedizin bei SWICA, hat dazu eine klare Meinung: «Screenings im Gesamtkollektiv sind oft nicht sinnvoll – bei einer familiären oder persönlichen Krankheitsgeschichte hingegen schon.»
Eine frühe Diagnose und Behandlung kann die Heilungschancen deutlich verbessern und das Risiko für Metastasen senken. Allerdings sind auch bei Voruntersuchungen Nachteile möglich. Bei Früherkennungsuntersuchungen können zunächst falsch positive Resultate, also mit Verdacht auf eine Erkrankung, vorkommen, die dann weitere Abklärungen und Stress verursachen.