Katja Trimmel, Leiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement bei Coop, kennt das Assessment Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (ALA) von SWICA aus verschiedenen Perspektiven. Im Interview erklärt sie, wann ein ALA sinnvoll ist, welche Wirkung es erzielt, und weshalb eine frühzeitige Intervention entscheidend ist.
Körperliche Beschwerden am Arbeitsplatz entwickeln sich oft schleichend. Um Mitarbeitende frühzeitig zu unterstützen und krankheitsbedingte Ausfälle zu verhindern, setzt Coop auf das Assessment Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (ALA) – ein Angebot des SWICA Präventionsmanagements für Unternehmen. Dabei analysieren Ergonomie-Fachpersonen die konkrete Arbeitssituation und zeigen praxisnahe Lösungen auf.
Ich denke, es gibt dafür nicht den einen Grund. Vielmehr ist es ein Zusammenspiel verschiedener Entwicklungen: Der Zeitdruck hat zugenommen, die digitale Erreichbarkeit ist höher, und auch die Anforderungen im Detailhandel haben sich verändert. Gleichzeitig wird heute offener über gesundheitliche Belastungen gesprochen. Das ist eine positive Entwicklung, weil Betroffene früher Unterstützung suchen können.
Die Anmeldung für ein ALA erfolgt immer über eine zuständige Person aus dem HR. Einerseits sind es Mitarbeitende mit Rückenschmerzen oder anderen Beschwerden des Bewegungsapparats, die möglicherweise bereits einige Tage arbeitsunfähig waren oder vermehrt Schmerzen bei ihrer angestammten Tätigkeit verspüren.
Andererseits werden auch Mitarbeitende angemeldet, die aufgrund einer Erkrankung oder eines medizinischen Eingriffs länger abwesend sind, beispielsweise nach einer Rücken- oder Schulteroperation. In solchen Fällen unterstützt das Präventionsmanagement von SWICA mit Massnahmen, die den Wiedereinstieg erleichtern.
Das Angebot richtet sich auch an Personen mit länger andauernder eingeschränkter Arbeitsfähigkeit. Im Rahmen des ALA wird geprüft, welche Unterstützung sinnvoll ist, um die Arbeitsfähigkeit langfristig und nachhaltig zu erhöhen.
ALA kurz erklärt
Aus meiner früheren Tätigkeit in der Sozialberatung kenne ich das Angebot von der operativen Seite her als Zuweiserin. Heute begleite ich die ALA-Fälle aus Sicht des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und überprüfe unter anderem die Budgeteinhaltung.
«Die Zusammenarbeit mit SWICA erlebe ich als offen, professionell und sehr konstruktiv. »
Katja Trimmel, Verantwortliche BGM
CoopAuch der Anmeldeprozess hat sich bewährt. Wichtig ist: Die Inanspruchnahme des Angebots ist für die Mitarbeitenden freiwillig. Dabei hat der Schutz der persönlichen Daten selbstverständlich oberste Priorität.
Zuverlässig funktionieren auch die nachgelagerten Prozesse. Von der Terminorganisation mit den Vorgesetzten und Mitarbeitenden bis zur Zustellung der Berichte verläuft alles reibungslos. Die Berichte sind qualitativ hochwertig und enthalten wertvolle Empfehlungen sowie konkrete Impulse für die Praxis.
Oft sind es einfache Anpassungen, die für betroffene Mitarbeitende eine spürbare Entlastung bringen. So wurde in einem Fall festgestellt, dass ein Förderband zu breit war und dadurch Fehlhaltungen entstanden. Mit einem einfachen Schemel konnte die Situation verbessert werden.
In einem anderen Fall musste eine Kassenmitarbeiterin mit ihrem Stuhl ständig eine kleine Schwelle überfahren. Durch eine bauliche Anpassung konnte dieses Problem dauerhaft gelöst werden.
Die Beratungen betreffen häufig ergonomische Fragestellungen sowie Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen. Die Ergonomie-Spezialistinnen und -Spezialisten des SWICA Präventionsmanagements geben dabei konkrete Empfehlungen zur Körperhaltung und zu Bewegungsabläufen. Die Berichte enthalten zusätzlich aussagekräftige Fotos, welche die Umsetzung erleichtern.
Ein häufig unterschätzter Effekt ist die Wertschätzung gegenüber den Mitarbeitenden. Sie erleben, dass sich ihr Arbeitgeber aktiv für ihre Gesundheit einsetzt und Fachpersonen beizieht, die sich Zeit für ihre Anliegen nehmen. Zudem bleiben die Verbesserungen oft nicht unbemerkt. Kolleginnen und Kollegen nehmen die Veränderungen wahr und interessieren sich ebenfalls für ergonomische Optimierungen.
Das Assessment Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz (ALA) unterstützt Unternehmen dabei, gesundheitliche Einschränkungen von Mitarbeitenden frühzeitig zu erkennen und gezielt darauf zu reagieren. Es analysiert die individuelle Arbeitssituation von Mitarbeitenden mit gesundheitlichen Beschwerden am Bewegungsapparat und entwickelt praxisnahe Lösungen. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit zu erhalten, den Wiedereinstieg zu erleichtern und krankheitsbedingte Ausfälle zu reduzieren.
Beurteilung der funktionalen Leistungsfähigkeit
Empfehlungen zu Hilfsmitteln und ergonomischer Arbeitsplatzgestaltung
Konkrete Massnahmen zum Erhalt und Steigerung der Arbeitsfähigkeit
Unterstützung in der Zusammenarbeit mit Ärzten, Therapeuten sowie dem Care und Leistungsmanagement von SWICA
Wir wollen die Nachhaltigkeit unserer Massnahmen künftig noch systematischer auswerten und das bestehende Monitoring weiter optimieren. Dabei hilft uns auch das im März eingeführte Fallführungstool, das eine strukturiertere Begleitung und Auswertung ermöglicht. Gleichzeitig möchten wir die Erkenntnisse aus den Assessments noch breiter nutzbar machen, etwa mit kurzen Tutorials oder praxisnahen Anleitungen für Mitarbeitende. So haben wir kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Präventionsmanagement von SWICA entsprechende Videos für den Kommissionierungsprozess in der Logistik erstellt.
Eine wichtige Rolle spielen dabei die Vorgesetzten, die frühzeitig Risiken erkennen und betroffene Mitarbeitende unterstützen können.
Coop verfügt diesbezüglich über verschiedene Angebote. Dazu gehören unter anderem die Nutzung diverser Präventionsangebote von SWICA, eine interne Sozialberatung für Mitarbeitende in gesundheitlich, persönlich oder beruflich belastenden Situationen sowie Vergünstigungen im Gesundheitsbereich – beispielsweise für ein Fitnessabo bei Update Fitness oder bei der jährlichen Grippeimpfaktion in Kooperation mit der Vitality Apotheke. Je nach Region oder Bereich kommen weitere individuelle Angebote hinzu.