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Marcel Sardella rockt

«Das schönste ist, nach dem Konzert in die glücklichen Gesichter der Zuschauer zu blicken»

Bei SWICA ist Marcel Sardella als Sachbearbeiter Professional Gesundheit in der Regionaldirektion Zürich bekannt. In seiner Freizeit verwandelt er sich zum Rockstar und gibt mit seinem Schlagzeug den Rhythmus vor.

In Kontakt mit Musik kam Marcel Sardella schon sehr früh. Sein Vater spielte Bassgeige, zuerst in einem Sextett, später war er auch in einem Duo unterwegs. Sein Bruder war Trommler bei der Stadtmusik Lenzburg und probte deshalb öfters zu Hause. So war es naheliegend, dass Marcel sich als kleiner Junge ab und zu auf dem Übungspad seines Bruders austobte. «Das ist wahrscheinlich auch einer der Hauptgründe, wieso ich mich später fürs Schlagzeug entschieden habe», erklärt der Aargauer.

Die Mission «eigenes Schlagzeug» stellte sich zu Beginn aber als schwierig heraus, da Familie Sardella in einem Mehrfamilienhaus wohnte. Zum einen ist die gesamte Ausrüstung teuer und nimmt sehr viel Platz in Anspruch. Zum anderen müssen die Nachbarn betreffend der Lautstärke sehr tolerant sein. So kam es, dass Marcel in der ersten Band als Leadsänger fungieren musste, weil ein Schlagzeug zu jener Zeit keine Option war. «Das war mir damals total egal. Ich wollte einfach zu einer Band gehören.» Als Drummer engagierten seine Freunde und er einen Nachbarsjungen, der ein eigenes Schlagzeug zu Hause hatte. «Ich habe dann einfach heimlich auf dem fremden Instrument herumgetrommelt», erzählt der Musiker mit einem Augenzwinkern.

Von Cherry Pie zu CRYSTAL BALL

Die Band CRYSTALL BALL v.l.n.r.: Scott Leach, Tony Castell, Steven Mageney, Marcel Sardella und Cris Stone.
Bis Marcel ein Schlagzeug sein Eigen nennen konnte, zogen noch einige Jahre ins Land. «Erst als 15-jähriger hatte ich – mit der Unterstützung meines Vaters – genügend Geld, um mir mein eigenes Schlagzeug zu kaufen.» Mit dem ersten eigenen Drumset begann auch die Karriere als Schlagzeuger. Das erste Konzert mit einer Schüler Band liess nicht lange auf sich warten. Bei weiteren Konzerten und Plattenaufnahmen mit verschiedenen Bands konnte Marcel anschliessend viele Erfahrungen sammeln. 1995 gründete der damals 28-Jährige zusammen mit einem Freund die Band «Cherry Pie». Zusammen mit Gleichgesinnten coverten sie Songs von Hardrock-Grössen aus den 80er-Jahren. Schnell hatten die Rocker Blut geleckt: «Wir wollten wieder eigene Songs schreiben und performen.» So kam es, dass 1999 aus «Cherry Pie» CRYSTAL BALL wurde. Mittlerweile rockt die Band seit über 20 Jahren und präsentiert anfangs 2021 ihr zwölftes Album. «Darauf sind wir natürlich extrem stolz.» Über all die Jahre ist die Band ihrem Musikstil treu geblieben. Der melodiöse Hard Rock, inspiriert durch die Musik bekannter 80er-Jahre Bands, wird bis heute gern gehört.

Zusammen mit Europe und den Scorpions

Dass die Band schon seit so langer Zeit unterwegs ist, hat sie natürlich auch den zahlreichen Fans zu verdanken. Aus diesem Grund nehmen sich Marcel und seine Bandkollegen nach jedem Auftritt speziell viel Zeit für ihre Anhänger: «Wir haben uns angewöhnt, jeweils nach den Konzerten zu unserem Merchandise-Stand zu gehen, um dort Autogramme zu schreiben und für die Fans da zu sein.» So gibt die Band den Fans etwas zurück. «Denn ohne die Fans könnten wir das, was wir so lieben, nicht machen», sagt Marcel.

Die Band liebt es, wie hier in Hinwil (Rock the Ring), vor Tausenden von Leuten zu spielen.

Die Band liebt es nämlich vor Leuten zu spielen. Wie beispielsweise am Eröffnungsabend des 10. Stars in Town in Schaffhausen. Zusammen mit Europe (The Final Countdown) und den Scorpions (Wind of Change) durften sie die Jubiläumsausgabe auf der Hauptbühne eröffnen. Der Schlagzeuger verrät: «Das Schönste ist, nach dem Konzert in die glücklichen Gesichter der Zuschauer zu blicken.»

Viel Zeit für anderes bleibt nicht

Freude an der Musik: Marcel Sardella in seinem Element.
Solche Momente sind in diesem Jahr aufgrund des Coronavirus leider Mangelware. Normalerweise spielt CRYSTAL BALL rund 50 bis 100 Konzerte im Jahr. 2020 waren es bis anhin aber erst drei. «Eigentlich wollten wir in diesem Jahr unsere Jubiläums-CD «2020» promoten», erklärt Marcel. «Nun freuen wir uns aber umso mehr auf den Release unserer neusten CD, die im Frühjahr 2022 auf den Markt kommen sollte.»
Viele freie Minuten für andere Hobbys hat Marcel nicht. Das stört ihn aber auch nicht, da er in seiner Freizeit das tut, was ihm Spass macht: Musik. «In der Regel plane ich meine Ferien so, dass wir mit der Band auf Tour gehen und an Konzerten oder Festivals spielen können. Bis jetzt hat das zum Glück immer super geklappt. Dafür bin ich sehr dankbar», sagt der 53-jährige. Findet sich dennoch irgendwo einmal freie Zeit, geniesst er sie mit Freunden und der Familie oder unternimmt, ganz rocker-typisch, eine Töff-Tour.