Die Denner AG misst der psychischen Gesundheit ihrer Mitarbeitenden einen hohen Stellenwert bei. Um sie in herausfordernden Situationen gezielt zu unterstützen, setzt das Unternehmen auf das Job-Balance-Angebot der Onlinepraxis santé24 von SWICA. Fabienne Tschantré, Leiterin HR-Logistik, erklärt im Interview den Hintergrund und den Mehrwert des Angebots.
Denner Logistik beschäftigt in seinen aktuell sechs Verteilzentren in der Schweiz rund 650 Mitarbeitende in den Bereichen Wareneingang, Kommissionierung und Spedition. Gerade in einem dynamischen Arbeitsumfeld ist es wichtig, Belastungen frühzeitig zu erkennen und gezielte Unterstützung anzubieten.
Wir beobachten seit einigen Jahren, dass psychische Belastungen deutlich sichtbarer geworden sind. Berufliche Anforderungen nehmen kontinuierlich zu, gleichzeitig prägen private und gesellschaftliche Belastungen den Arbeitsalltag immer stärker. Deshalb ist es wichtig, den regelmässigen Austausch mit den Mitarbeitenden zu pflegen. So erzählen sie uns eher, was sie belastet, und wir können Unterstützung anbieten. Viele sind oft positiv überrascht, dass es entsprechende Angebote gibt.
Wenn psychische Belastungen Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit, die Teamdynamik oder die Absenzen haben, wird klar, dass es nicht nur ein individuelles Thema ist.
Psychische Gesundheit ist ein wesentlicher Bestandteil der betrieblichen Gesundheitsförderung.
«Wer langfristig leistungsfähige Mitarbeitende haben will, muss sich aktiv mit der psychischen Gesundheit im Betrieb auseinandersetzen.»
Wir haben festgestellt, dass Betroffene oft nicht wussten, wo sie sich Hilfe holen können oder sehr lange auf professionelle Unterstützung warten mussten.
Ausschlaggebend war für uns, dass das Angebot niederschwellig, professionell und schnell zugänglich ist. Zudem hat uns überzeugt, dass sich das Job-Balance-Team bei Bedarf auch um Anschlusslösungen für unsere Mitarbeitenden kümmert. Da Therapieplätze oft nur schwer kurzfristig verfügbar sind, unterstützen die Spezialistinnen und Spezialisten der Onlinepraxis santé24 dabei, rasch eine geeignete Nachbetreuung zu finden.
Unser Ziel war es, psychische Belastungen früher aufzufangen, längere Ausfälle möglichst zu vermeiden und unsere Führungskräfte im Umgang mit belasteten Mitarbeitenden gezielt zu unterstützen. Bei den gemeldeten Fällen ist uns dies gelungen.
Ich stehe im engen Austausch mit unseren Führungskräften und besuche jede Verteilzentrale mindestens einmal pro Monat persönlich. Wenn sich jemand in einer belastenden Situation befindet, zeigen wir die Unterstützungsmöglichkeiten auf und geben die Job-Balance-Flyer ab. So können sich die Betroffenen in Ruhe informieren und überlegen, ob sie das Angebot in Anspruch nehmen wollen.
Entscheidend sind der konkrete Unterstützungsbedarf und das Ziel, die betroffene Person im Arbeitsprozess zu behalten. Das Angebot richtet sich an Mitarbeitende, bei denen sich psychische Belastungen zeigen oder abzeichnen und eine frühzeitige Begleitung sinnvoll erscheint.
Das Angebot wurde positiv aufgenommen. Betroffene schätzen besonders die schnelle Verfügbarkeit, die Professionalität und die Vertraulichkeit – Faktoren, die gerade bei psychischen Belastungen entscheidend sind.
Job-Balance stärkt die Gesundheit, Resilienz und Leistungsfähigkeit unserer Mitarbeitenden und Führungskräfte. Dadurch können Ausfallzeiten und Fluktuation reduziert werden. Gleichzeitig fördert das Angebot die Mitarbeiterbindung, steigert die Produktivität und leistet einen wichtigen Beitrag zum nachhaltigen Unternehmenserfolg.
Gleichzeitig erhalten Führungskräfte eine zusätzliche Möglichkeit, betroffene Mitarbeitende gezielt zu unterstützen. Gemeinsam mit Fachpersonen können Wege gefunden werden, um wieder Stabilität zu gewinnen und längere Ausfälle möglichst zu vermeiden.
Ohne auf einzelne Fälle näher einzugehen, können wir sagen, dass frühe Unterstützung in mehreren Situationen wesentlich dazu beigetragen hat, Belastungen zu stabilisieren.
«Die wichtigste Erkenntnis ist, dass frühe Intervention einen entscheidenden Unterschied machen kann.»
Es braucht eine klare Haltung des Unternehmens, kontinuierliche Kommunikation und Führungskräfte, die das Thema ernst nehmen und sensibel ansprechen. Die psychische Gesundheit ist Teil unserer Führungsausbildung und gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Vorbehalte und Berührungsängste gibt es nach wie vor. Die Hemmschwelle, ein solches Angebot des Arbeitgebers anzunehmen, ist teilweise sehr hoch. Aber steter Tropfen höhlt den Stein: Durch regelmässige Kommunikation und die stetige Präsenz des Themas wachsen Vertrauen und Bekanntheit.
Der Mehrwert liegt für uns klar darin, psychische Belastungen strukturierter und professioneller angehen zu können. Wir zeigen unseren Mitarbeitenden, dass sie in schwierigen Situationen nicht allein sind und frühzeitig Unterstützung erhalten können.