Während der Schwangerschaft müssen werdende Mütter bei der Ernährung nicht nur auf sich, sondern auch auf das ungeborene Kind achten. Die einfache Grundregel: Eine Schwangere sollte weder hungern noch dursten, aber auch nicht für zwei essen. Viel wichtiger ist dagegen die Qualität der Nahrungsmittel.
Schwangere sollten für zwei essen, lautet eine alte Regel, die mittlerweile als überholt gilt. Das Team Ernährungsberatung von santé24 beobachtet immer wieder: Nicht allen werdenden Müttern ist bewusst, dass sie ihre Gesundheit und die ihrer ungeborenen Kinder mit bewusster Ernährung positiv beeinflussen können. Laut der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE fördert die richtige Ernährung den Verlauf der Schwangerschaft und die Entwicklung des Fötus nicht nur unmittelbar, sondern weit über die Geburt hinaus.
In den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erhöht sich der Energiebedarf kaum. Ab dem vierten Monat steigt der tägliche Energiebedarf um etwa 250 Kilokalorien (kcal). Dies entspricht einer zusätzlichen Scheibe Vollkornbrot, ergänzt durch ein Stück Käse, ein Glas Milch oder eine Handvoll Nüsse. Ab dem siebten Schwangerschaftsmonat nimmt der zusätzliche Energiebedarf pro Tag um 500 kcal zu. Dieser Mehrbedarf kann zum Beispiel durch ein Müesli mit Flocken, Früchten, Nüssen und Milch abgedeckt werden.
Deutlich stärker als der Energiebedarf vergrössert sich während der Schwangerschaft der Bedarf an Mineralstoffen und Vitaminen. Um diesen zu decken, eignet sich der Verzehr von Lebensmitteln mit hoher Nährstoffdichte wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Milchprodukte und so weiter. So klappt es auch mit der Gewichtskontrolle. Für die Zufuhr von Folsäure, Vitamin D und Eisen ist unter Umständen die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels nötig. Rat weiss die Frauenärztin oder der Frauenarzt.
Für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung während der Schwangerschaft sollte man sich an den allgemeinen Empfehlungen für gesunde Erwachsene orientieren. Reichlich verzehrt werden dürfen sowohl kalorienfreie Getränke als auch pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Etwas gemässigter sollte man bei tierischen Lebensmitteln sein. Süssigkeiten, zuckerhaltige Getränke und Snackprodukte sowie Fette mit hohem Anteil gesättigter Fettsäuren sollten mit Zurückhaltung genossen werden. Pflanzenöle wie Raps- und Olivenöl sind als Fettquellen zu bevorzugen. Als Richtwert für die Wasserzufuhr durch Getränke gilt bei Schwangeren wie auch bei Erwachsenen generell etwa 1,5 Liter pro Tag.
Frauen, die sich vegetarisch ernähren, können dies gemäss SGE auch während der Schwangerschaft so handhaben – vorausgesetzt, die Ernährung ist ausgewogen. Dabei ist insbesondere auf diejenigen Nährstoffe zu achten, die üblicherweise über Fleisch und Fisch gedeckt werden, also Proteine, Vitamin B12, Omega-3-Fettsäuren und Eisen. Bei einer komplett veganen Ernährung ist das Lebensmittelangebot wesentlich eingeschränkter, was das Risiko für eine ungenügende Zufuhr spezifischer Nährstoffe erhöht. Geeignete Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Eisentabletten und ein vertieftes Ernährungswissen sind dann unverzichtbar. Grundsätzlich wird Schwangeren von einer veganen Ernährung abgeraten.
Wer sich trotzdem in der Schwangerschaft vegan ernähren möchte, sollte sich ärztlich beraten lassen, um einem Nährstoffmangel und daraus folgenden Schädigungen der kindlichen Entwicklung vorzubeugen.
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Zur Vermeidung von Listeriose und Toxoplasmose sollten Schwangere keine rohen tierischen Lebensmittel essen. Durch deren Erreger kann es zu schweren Erkrankungen und auch zu Früh- und Totgeburten kommen. Um sich und das Kind zu schützen, sotllen Schwangere keine Produkte aus Rohmilch (ausser Hartkäse) und kein rohes oder nicht durchgegartes Fleisch essen. Auch auf rohen Fisch und rohe Meeresfrüchte sowie geräucherten Fisch sollte verzichtet werden.
Ohne Einschränkungen erlaubt sind gemäss dem Team der Ernährungsberatung von santé24:
Während der Schwangerschaft sollte auch auf Alkohol und koffeinhaltige Getränke verzichtet werden.
Die telefonische Ernährungsberatung von santé24 bietet Hilfestellungen bei Themen wie: Ernährung bei Erkrankungen des Verdauungssystems oder nach Operationen, bei Lebensmittelunverträglichkeiten oder bei bestimmten Ernährungsweisen (vegan, vegetarisch etc.). Die Ernährungsberatung macht Empfehlungen für eine ausgewogene Ernährung und unterstützt bei Gewichtsreduktion wie auch bei allgemeinen und individuellen Ernährungsfragen.
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