Kräuter als Alternative zu Medikamenten

Mit der Kraft der Pflanzen durch den Alltag

Natürliche Medizin oder Schulmedizin? Viele Menschen bevorzugen, bei kleineren alltäglichen Beschwerden pflanzliche statt synthetisch hergestellte Medikamente einzusetzen. Bereits im alten Ägypten und bei den Griechen nutzte man die Kraft der Pflanzen zum Heilen und Lindern. Die moderne Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) verbindet jahrhundertealtes Wissen mit den neuesten Erkenntnissen. In der Natur gibt es ein grosses Repertoire an Heilpflanzen zu entdecken, die Symptome erfolgreich lindern. Testen Sie mit dem Quiz Ihr Wissen über Heilpflanzen und erfahren Sie im Artikel Wissenswertes zu den Heilpflanzen. Gegen (fast) alles ist ein Kraut gewachsen.

Heilpflanzen-Quiz – Wer kennt sich aus?

Mädchen inhaliert Kräuterdampf

Testen Sie Ihr Wissen über Heilpflanzen und erfahren Sie, ob Sie bereit für Ihren eigenen Heilpflanzengarten sind.

Jetzt Quiz starten

Lindern und Heilen mit der Natur: Phytotherapie

Frau pflanzt Kräuter ein

Für viele Menschen ist das Heilen mit Pflanzen eine Alternative oder eine gute Ergänzung zu synthetisch hergestellten Medikamenten. Die Heilpflanzenkunde hat eine lange Tradition und reicht bis zur Urgeschichte der Menschheit zurück. Gemäss dem renommierten britischen Zentrum für botanische Forschung, Kew Gardens, gibt es aktuell weltweit mehr als 28 000 Pflanzenarten mit medizinischem Nutzen. In der europäischen Pflanzenheilkunde werden heute etwa 500 Pflanzen zur Herstellung von Arzneimitteln genutzt. Je nach Pflanze werden Blüten, Blätter, Früchte, Samen oder auch Wurzeln und Rinden zu Tees oder anderen Arzneimitteln verarbeitet. Vergessen darf man allerdings nicht, dass auch pflanzliche Arzneimittel Nebenwirkungen sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben können.

In der Phytotherapie werden zwei Arten voneinander unterschieden: die traditionelle und die rationale Phytotherapie. Die traditionelle Phytotherapie ist ein volksheilkundliches Verfahren und stützt sich hauptsächlich auf überlieferte Erfahrungen. Diese sind auch heute noch ein wichtiger Bestandteil in der traditionellen chinesischen sowie in der ayurvedischen Medizin und der Volksmedizin. Die rationale Phytotherapie nutzt das überlieferte Wissen aus der traditionellen Phytotherapie und nutzt dazu wissenschaftliche Verfahren, um die Pflanzen zu verarbeiten.

Phytopharmaka sind nicht gleich Homöopathika: Homöopathische Mittel enthalten durch die starke Verdünnung meist nur noch Spuren der aktiven Inhaltsstoffe. Bei der rationalen Pflanzenheilkunde werden hingegen Wirkstoffkonzentrate aus den Pflanzenteilen gewonnen.

Die Heilpflanzenpflanzen werden in verschiedener Weise verarbeitet und können so in unterschiedlicher Form eingenommen oder angewendet werden:

  • Tee (Aufguss, Kaltauszug)
  • Tinktur, Flüssigextrakt
  • Tablette, Dragee, Kapsel
  • Creme, Salbe, Gel
  • Badezusatz

Phytopharmaka können ergänzend oder unterstützend eingesetzt werden, als Alternative zu künstlich hergestellten Arzneimitteln oder als am besten geeignete Medikamente. Auch wenn Phytopharmaka pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten, sind sie nicht frei von unerwünschten Wirkungen. Sollten Beschwerden auftauchen, ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen.

Welche Heilpflanzen helfen bei Magenverstimmung und Verdauungsstörung?

  • Kümmel, Fenchel und Anis kommen aus der gleichen Pflanzenfamilie und wirken antibakteriell, entkrampfend und lindern auch Übelkeit. Am besten ist es, die drei Pflanzen gleich kombiniert als Tee zu sich zu nehmen. Bio-Mischungen sind hierbei zu empfehlen.
  • Die Artischocke blüht nicht nur wunderschön, sondern hilft auch Leber und Magen. Sie wirkt gallentreibend, lipidsenkend und antioxidativ. Die Fertigpräparate werden meist aus den Blättern der Artischocke hergestellt und enthalten Bitterstoffe. Diese werden zur Behandlung von Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl, Aufstossen und Blähungen eingesetzt. Wer trotz Übelkeit etwas zu sich nehmen mag, kann eine frisch gekochte oder gedämpfte Artischocke essen.
  • Sehr bekannt ist das ätherische Öl der Pfefferminze. Bereits der frische Duft des Pfefferminzöls kann bei Unwohlsein appetitanregend wirken. Die Extrakte aus den Blättern enthalten blähungstreibende und verdauungsfördernde Wirkstoffe und beruhigen den Magen-Darmtrakt. Pfefferminze kann als Tee, Teekombination oder Tinktur in Form von Tropfen oder Kapseln eingenommen werden.
  • Was hilft bei Blähungen und Völlegefühl? Dr. Silke Schmitt Ogier, medizinische Leiterin santé24, informiert in diesem Video welche Pflanzen bei Blähungen und Völlegefühl helfen.

Weitere Videos mit Gesundheitstipps auf YouTube entdecken:

Zu den Videos

Probleme beim Einschlafen?

Lavendel

Schlafstörungen gehören zu den mühsamsten alltäglichen Beschwerden. Ohne Schlaf fehlt es an Energie und der Tag wird anstrengender. Pflanzliche Helfer werden synthetisch hergestellten Medikamenten oftmals vorgezogen. Sie unterstützen das Ein- und Durchschlafen und tragen so dazu bei, dass man am nächsten Tag frisch und leistungsfähig aufwacht. Vor einer Behandlung sollten aber medizinische oder psychische Gründe für die Schlafstörung ausgeschlossen werden.

  • Zu den bekanntesten Phytopharmaka bei Schlafstörungen zählen Lavendel, Baldrian, Hopfen, Passionsblume, Melisse und Orangenblüten. Diese werden einzeln oder in Kombination angewendet.
  • Der Lavendel versprüht einen Duft der Ruhe und sieht dazu sehr hübsch aus. Die mediterrane Kulinarik bedient sich gerne der Blätter, die Parfümerie und Heilkunde schätzt seit langer Zeit die ätherischen Öle der duftenden Blüte. Das Öl des Lavendels wirkt bei innerer Unruhe, Schlafproblemen und auch bei Magen-Darmbeschwerden. Farfalla empfiehlt als Ein- und Durchschlafhilfe 1 bis 2 Tropfen Lavendelöl auf ein Taschentuch zu geben und dieses mit ins Bett zu nehmen. Mit Hilfe eines Diffusers kann Lavendelöl einen angenehmen Raumduft versprühen. Ätherische Öle können auch Risiken bergen. Auf einen korrekten Umgang mit den Ölen soll geachtet werden*.
  • Einen positiven Einfluss auf den Schlaf haben die weiblichen Blüten des Hopfens. Die Hopfenzapfen wirken gegen Nervosität und Unruhe, Schlafstörungen und Angstzustände. Bei leichten Schlafstörungen empfiehlt es sich, je nach Intensität der Beschwerden bis zu drei Tassen Hopfentee über Tag verteilt zu trinken. Eine halbe Stunde vor dem Zubettgehen sollte eine Tasse Tee getrunken werden. Auch ein selbstgemachtes Hopfenkissen kann das Einschlafen fördern. Hierfür nimmt man 500 Gramm getrocknete Hopfenzapfen und füllt diese in ein Kissen aus atmungsaktiven Fasern.
  • Die Melisse ist bereits seit Jahrtausenden eine oft eingesetzte Pflanze in der Pflanzenheilkunde. Sie wirkt positiv bei Schlafstörungen, Magen-Darmproblemen wie auch bei Lippenherpes. Aus den getrockneten Melisseblättern kann ein Aufguss mit heissem Wasser gemacht werden. Diesen lässt man während fünf bis zehn Minuten ziehen. Der Tee kann mehrmals am Tag zubereitet und getrunken werden. Ein Melissenöl-Bad vor dem Zubettgehen wirkt entspannend und beruhigend. Für ein Bad 20 bis 30 Tropfen des Öls ins Badewasser geben*.

Die genannten Phytopharmaka entfalten ihre volle Wirkung erst nach einigen Tagen bei regelmässiger Einnahme.

Erkältung lindern mit Kräutern

Salbei in einer Teetasse
  • Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum wird oft Salbei eingesetzt, denn er wirkt entzündungshemmend und hat antimikrobielle Eigenschaften. Salbei kann lokal als Lutschtablette, Tee, Spray oder Lösung angewendet werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vorsichtshalber kein Salbei und Salbeiextrakt eingenommen werden*.
  • Zu den wichtigsten Heilpflanzen zur Vorbeugung einer Erkältung gehört Echinacea (Sonnenhut). Das frische Kraut wird gerne und oft zu Arzneimittel verarbeitet. Die Pflanze stärkt das Immunsystem und kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Therapie bei akuten Erkältungen angewendet werden. In der Regel werden die Extrakte in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen.

Pflanzen können auch allergische Symptome hervorrufen. Halten die Beschwerden über längere Zeit an, verschlimmern sich die Symptome oder kommen neue dazu, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

*Anwendungshinweise:

  • Kontakt der ätherischen Öle mit Augen und Schleimhäute sollte vermieden werden.
  • Auf der Haut sollten ätherische Öle verdünnt angewendet werden.
  • In der Schwangerschaft und Stillzeit, bei erkrankter Haut, Erkrankungen der Atemwege und Epilepsie sowie bei Patienten mit Allergien sollten ätherische Öle nur in Absprache mit einem Arzt oder einer Ärztin angewendet werden.
  • Ätherische Öle sollten bei Kindern nur sehr sparsam angewendet werden, bei Kindern unter 2 Jahren auf die Anwendung von ätherischen Ölen verzichten.
  • Bei bekannten Allergien auf gewisse Inhaltsstoffe keine Öle anwenden.

SWICA – Weil Gesundheit alles ist

SWICA steht ein für die Verbindung von Schulmedizin und Komplementärmedizin. Gut ist, was der Gesundheit nützt. Deshalb unterstützt SWICA alternative Therapiemethoden und stellt diese der Schulmedizin gleich. Weitere Informationen finden Sie hier. 

Aus den Zusatzversicherungen COMPLETA PRAEVENTA UND OPTIMA unterstützt SWICA ihre Versicherten mit einem grosszügigen Beitrag an Heilpflanzen-Kursen in der Heimanwendung. Entdecken Sie noch weitere Angebote im Bereich Gesundheitskompetenz.

Die Telemedizin santé24 bietet eine persönliche und kostenlose Phytotherapie-Beratung für alle SWICA Versicherte. Die Apotheker von santé24 beraten Sie kompetent über die Wirkung und Anwendung von Heilpflanzen und stehen Ihnen auch bei allen anderen Fragen rund um Medikamente und Nahrungsergänzungen zur Seite. Erfahren Sie mehr.

Übrigens: Eine Zusatzversicherung bietet in jedem Fall wertvolle Zusatzleistungen zur Grundversicherung und kann bei SWICA jederzeit abgeschlossen werden; unabhängig vom Anbieter der bestehenden Grundversicherung.

 

Persönliche Beratung

Wünschen Sie weitere Informationen oder eine individuelle Beratung? Der SWICA-Kundendienst ist gerne für Sie da. Kontaktieren Sie uns per Telefon 0800 80 90 80 oder senden Sie uns eine Nachricht mit dem nachfolgenden Kontaktformular.

Jetzt Beratung anfordern