Tinnitus – Das Rauschen im Ohr

Fast jeder kennt es: Nach einem lauten Knall oder einem Konzert pfeift, summt, zischt oder rauscht es im Ohr, meistens jedoch nicht für lange. Bei Menschen mit einem Tinnitus dauert dieser Zustand an. Mögliche Ursachen für einen Tinnitus und wie er therapiert wird, lesen Sie hier.
Was viele nicht wissen. Es gibt zwei Arten von Tinnitus: den objektiven und den subjektiven. Der objektive Tinnitus ist greifbar. Das heisst, es gibt eine Schallquelle im Körper. Diese erzeugt Schallwellen, die der Betroffene «hört». Ein Beispiel ist der Blutfluss bei Gefässanomalie. Entfernt man die Quelle des Geräusches sollte auch der Tinnitus weggehen. Der objektive Tinnitus kann also medizinisch behandelt werden.

Subjektiver Tinnitus

Häufiger und auch bekannter ist der subjektive Tinnitus. Dabei hört der Betroffene Geräusche, die nur er selbst wahrnehmen kann. Diese Geräusche bildet sich das Hörsystem ein, da es keine Schallquelle für die Geräusche gibt.

Vielfach tritt der subjektive Tinnitus in Zusammenhang mit einem Hörsturz auf. Andere mögliche Ursachen sind plötzliche Lärmentwicklung, Viruserkrankungen, Stress oder Morbus Ménière (Erkrankung des Innenohrs). Die genaue Ursache ist bis heute aber noch nicht erforscht. Dementsprechend vielfältig sind die Therapieansätze: Von Akupunktur über Elektrotherapie bis hin zu Fussreflexzonenmassage wird alles angeboten.

Ist ein subjektiver Tinnitus heilbar?

Ja und Nein. Ein akuter subjektiver Tinnitus kann geheilt werden. Ein chronischer subjektiver Tinnitus nicht. Der Unterschied der beiden Tinnitus-Arten liegt in der Dauer. Leidet der Betroffene nur ein paar Monate am Tinnitus, ist er akut. Bleibt er länger, dann ist er chronisch.

Sofern bei einem akuten Tinnitus die Behandlung innert kurzer Frist beginnt, sollen die Chancen auf Heilung um 20 Prozent erhöht sein. Auch kommt es vor, dass sich ein akuter Tinnitus von selbst zurückbildet. Anders beim chronischen Tinnitus – dieser bleibt. Er muss aber nicht zum Problem werden. Laut der Schweizerischen Tinnitus-Liga (STL) können 90 Prozent der Tinnitus-Betroffenen gut damit leben.

Schutz vor Tinnitus

Da die Ursachen nicht genau bekannt sind, gibt es keine Schutzmassnahmen, die hundertprozentige Sicherheit garantieren. Generell hilft es sicher, wenn Sie Lärmquellen meiden oder zumindest ihr Gehör schützen, beispielsweise in einer Disko. Da Stress auch als Faktor mit Tinnitus in Verbindung gebracht wird, sollten Sie einen ausgeglichenen Lebensstil pflegen. Viel Schlafen hilft hier. Falls Sie dennoch von einem akuten Tinnitus betroffen sind, rät die Schweizerische Tinnitus-Liga: «Bewahren Sie Ruhe und schlafen Sie erst einmal aus. Ist der Tinnitus am nächsten Morgen noch vorhanden, sollten Sie sich so schnell wie möglich bei Ihrem Haus- oder Hals-Nasen-Ohren-Arzt vorstellen.»


11.10.2017
Bei weiteren Fragen rund um die Gesundheit steht SWICA-Versicherten die telemedizinische Beratung von santé24 unter der Nummer +41 44 404 86 86 kostenlos zur Verfügung. Eine Praxisbewilligung für Telemedizin ermöglicht es den Ärzten von santé24 zudem, bei telemedizinisch geeigneten Krankheitsbildern weiterführende ärztliche Leistungen zu erbringen. Mit der medizinischen App BENECURA können SWICA-Versicherte ausserdem bei Krankheitssymptomen einen digitalen SymptomCheck machen und erhalten Empfehlungen fürs weitere Vorgehen. Bei einem anschliessenden Telefonat mit santé24 entscheidet der Kunde im Einzelfall selber, ob er die im SymptomCheck gemachten Angaben santé24 freigeben möchte.