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Die gesundheitspolitischen Standpunkte von SWICA

In den Standpunkten nimmt SWICA Stellung zu wichtigen politischen Fragen und Entwicklungen im Gesundheits- und Krankenversicherungswesen.

Die Standpunkte von SWICA

Grundversicherungsmodelle (Managed Care)

Mit Managed Care wird durch eine koordinierte Behandlung eine höhere Qualität erreicht. Gleichzeitig können die Kosten positiv beeinflusst werden. Ein Leistungserbringer übernimmt die Verantwortung für die Betreuung seiner Patienten. Diese Verantwortung erstreckt sich über die gesamte Behandlungskette und umfasst neben den medizinischen auch finanzielle Aspekte.

Für Patienten liegt der Vorteil darin, dass sie während der gesamten Behandlung vom gewählten Leistungserbringer begleitet werden. Dieser bleibt der Ansprechpartner von der ersten Konsultation bis zum Abschluss der Behandlung. Er kennt die Krankengeschichte des Patienten und koordiniert alle Schritte.

In der Grundversicherung profitieren die Versicherten von vergünstigten Prämien, wenn sie sich für ein Modell der integrierten Versorgung entscheiden. Diese Prämienrabatte können angeboten werden, weil durch koordinierte Behandlungen und richtige Verhaltensanreize erwiesenermassen geringere Gesamtkosten entstehen.

SWICA bietet deshalb die FAVORIT-Versicherungsmodelle an: Kundinnen und Kunden profitieren vom besten Preis-Leistungs-Verhältnis und sparen so bis zu mehreren hundert Franken pro Jahr. Der einzige Unterschied zur ordentlichen Grundversicherung «STANDARD» liegt in der Wahl der Anlaufstelle, der Leistungsumfang gemäss KVG bleibt identisch.

Prämienpolitik

SWICA setzt auf eine nachhaltige Prämienpolitik: Mittel- und langfristig führt kein Weg an kostendeckenden Prämien vorbei, da die Krankenversicherungsprämien ein Spiegelbild der verursachten Kosten sind. Das heisst: Je mehr und je bessere medizinische Leistungen die Bevölkerung beansprucht, desto höher fallen die Kosten aus. Als Gesundheitsorganisation belohnen wir die Eigenverantwortung unserer Versicherten, indem wir in der Grundversicherung attraktive Prämienrabatte auf unsere FAVORIT-Versicherungsmodelle gewähren und Präventionsbemühungen aus den Zusatzversicherungen grosszügig unterstützen.

Risikoausgleich

Der Risikoausgleich reduziert die Ungleichgewichte bezüglich Leistungsbezug, die durch unterschiedliche Versichertenstrukturen entstehen, aus. SWICA begrüsst einen möglichst umfassenden Risikoausgleich, da dieser den Qualitätswettbewerb fördert. Die Krankenversicherungen sollen sich durch gute Servicequalität, attraktive Angebote und kompetente Beratung und Begleitung von erkrankten und verunfallten Versicherten profilieren können.

Einheitskasse

Dreimal innert zehn Jahren hat eine deutliche Mehrheit der Schweizer Stimmbevölkerung NEIN gesagt zu einer Einheitskasse, letztmals am 28. September 2014: 62 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer sowie 19 Kantone haben die Vorlage abgelehnt. Das klare Ergebnis zeigt, dass unser Gesundheitswesen in der Bevölkerung breit abgestützt ist und dass die Mehrheit am regulierten Wettbewerb und an der Wahlfreiheit festhalten will. Die soziale Krankenversicherung wird als reformfähig betrachtet, ohne dass das ganze System durch Experimente mit höchst unsicherem Ausgang in Frage gestellt werden muss. Das Nein zur Einheitskasse ist gleichzeitig ein Ja zu den privaten Krankenversicherern, die ihre Aufgaben zur Zufriedenheit der Versicherten erfüllen. Wie jährliche Kundenzufriedenheits- und Image-Umfragen zeigen, sind die Versicherten mit SWICA sogar sehr zufrieden.

Unerwünschte Werbeanrufe

Immer wieder versuchen dubiose, oft aggressiv auftretende Vermittler Kunden mit falschen Angaben zu einem Beratungstermin zu bewegen. So geben einzelne Vermittler am Telefon Prämienversprechen ab und behaupten, sie würden mit SWICA zusammenarbeiten.

SWICA distanziert sich in aller Form von diesen Praktiken:
  • SWICA arbeitet nicht mit Maklern oder Vermittlern zusammen, die Anrufe aus dem Ausland tätigen oder Prämienvergünstigungen versprechen. Die Versicherungsdeckung ist von den individuellen Bedürfnissen der Versicherten abhängig. Diese können nur in einer seriösen Versicherungsberatung geklärt werden. Möchten Sie Ihren Versicherungsschutz überprüfen, steht Ihnen unser Kundenservice rund um die Uhr als Erstkontakt unter der Gratisnummer 0800 80 90 80 gerne zur Verfügung. Natürlich können Sie eine Offerte auch jederzeit online anfordern oder sich persönlich bei Ihnen oder bei uns beraten lassen.
  • SWICA gibt keine Kundendaten an Dritte weiter. Sollten Sie telefonisch kontaktiert werden mit dem Hinweis, die Kontaktaufnahme erfolge im Auftrag von SWICA, sind wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie dem Anrufenden folgende Fragen stellen:
    • Wie kommen Sie auf mich/uns?
    • Für welche Unternehmung arbeiten Sie?
    • Woher haben Sie meine Angaben?
Bitte notieren Sie sich diese Informationen und leiten Sie sie uns weiter. Lassen Sie sich die Telefonnummer des Anrufenden geben und übermitteln Sie diese an swica@swica.ch. Weiter haben Sie die Möglichkeit, dubiose Vermittler beim Branchenverband santésuisse zu melden. Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Gesetzliche Prämienkorrektur 2015 bis 2017

Zwischen 1996 und 2013 haben Versicherte in einzelnen Kantonen zu viel Prämien bezahlt, in anderen Kantonen zu wenig. Das Parlament hat entschieden, die daraus resultierten Ungleichgewichte über drei Jahre teilweise auszugleichen. Die Kosten tragen der Bund, die Krankenversicherer sowie die Versicherten zu je einem Drittel.

2017 wird bei den Versicherten kein Prämienzuschlag mehr erhoben. Versicherte, die am 1. Januar 2017 ihren Wohnsitz in den Kantonen ZH, ZG, FR, AI, GR, TG, TI, VD und GE haben, erhalten im Juni 2017 eine Prämienrückerstattung. Das BAG hat am Mitte Februar die Höhe der Rückerstattung für 2017 bekannt gegeben.

Häufige Fragen zur Prämienkorrektur beantwortet der Bund in einem FAQ.

Bei allfälligen Unklarheiten steht der SWICA-Kundenservice 7x24 unter der Gratisnummer 0800 80 90 80 rund um die Uhr gerne zur Verfügung.

 

Reserven

Das BAG setzt Mindestreserven fest. Krankenversicherungen, die diese unterschreiten, müssen saniert werden, was hohe Prämienaufschläge oder die Aufgabe der Geschäftstätigkeit zur Folge hat. SWICA hält Reserven, die das gesetzliche Minimum nicht übersteigen, für unternehmerisch fahrlässig.

Ziel der Grundversicherung ist, die Prämien für das Folgejahr jeweils so festzusetzen, dass sie die Leistungen decken, also weder zu hoch noch zu tief sind. Dies kann jedoch nie vollumfänglich stimmen, da die Prämieneingabe jeweils im Juli für das Folgejahr ans BAG vorgenommen werden muss. Zu diesem Zeitpunkt kann nur geschätzt werden, wie stark die Leistungen zunehmen. Kommt es zu Überschüssen, fliessen diese in die Reserven und dienen dazu, Mehraufwand, der in einem Folgejahr entstehen kann, abzufedern. Damit wird verhindert, dass überdurchschnittlich hohe Prämienanpassungen erfolgen müssen und es kann eine gewisse Stabilität gewährleistet werden.

Die Reserven von SWICA sind solide, im Branchenvergleich jedoch nicht überdurchschnittlich hoch. Es werden somit rückwirkend weder Prämien zurückbezahlt noch nachbelastet.

Prämienregionen

Unterscheiden sich die Gesundheitskosten innerhalb eines Kantons stark, werden grössere Kantone in zwei oder drei Prämienregionen aufgeteilt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) legt die Regionen fest und bestimmt die maximal zulässigen Prämienunterschiede zwischen den Regionen. So gibt es in den Kantonen Bern, Graubünden, Luzern, Sankt Gallen und Zürich drei Prämienregionen, in den Kantonen Basel-Landschaft, Freiburg, Schaffhausen, Tessin, Waadt und Wallis sind es zwei. Alle übrigen Kantone haben eine Prämienregion. Die Krankenversicherer können für die Prämienregionen unterschiedliche Prämien festlegen. Die Unterschiede sind allerdings limitiert:

  • maximal 15 Prozent zwischen Region 1 und Region 2,
  • maximal 10 Prozent zwischen Region 2 und Region 3.

BAG plant Neueinteilung
Zurzeit beruht die Einteilung der Prämienregionen auf den Gemeinden. Das BAG plant, die Prämienregionen neu einzuteilen. Basis sollen nicht mehr die Gemeinden, sondern die Bezirke sein. SWICA lehnt diese Änderung ab, da durch erhebliche Kostenunterschiede innerhalb von Bezirken eine Nivellierung der Kosten entsteht, die weder eine kostengerechte Prämienregionen-Einteilung noch eine korrekte Ermittlung der maximalen Rabatte ermöglicht

Die Neueinteilung hätte zur Folge, dass gegen drei Millionen Versicherte in rund 1200 Gemeinden mit zum Teil massiven Prämienerhöhungen rechnen müssten. Betroffen sind vor allem ländliche Gemeinden mit oft kostengünstigeren Angebotsstrukturen und kostenbewussten Versicherten.

Die Einteilung der Prämienregionen muss deshalb weiterhin auf Gemeindeebene erfolgen. Neueinteilungen sollen grundsätzlich im Rahmen von regelmässigen Überprüfungen möglich sein – sie müssen jedoch auf mehrjährigen, statistisch adäquaten und verlässlichen Daten basieren. Eine gezielte Umteilung einer Gemeinde kann dann in Betracht gezogen werden, wenn ein stabiler mehrjähriger Trend vorliegt.

Schwarze Liste

Das Krankenversicherungsgesetz (KVG) gibt den Kantonen seit 2012 (neuer Art. 64) die Möglichkeit, eine Liste mit säumigen Prämienzahlerinnen und -zahlern zu führen. Versicherte, die ihre Krankenkassenprämien der Grundversicherung trotz Betreibung nicht bezahlen, werden von den Kantonen, die eine solche «schwarze Liste» im Einsatz haben, auf diese Liste gesetzt. Bei den registrierten Versicherten führt die zu einem sogenannten Leistungsstopp, was bedeutet, dass sie nur noch in Notfällen medizinisch behandelt werden, es sei denn, sie bezahlen die Behandlungskosten bar. Mit dieser Massnahme erhoffen sich die Kantone mit schwarzer Liste, dass sich die Zahlungsmoral im Gesundheitswesen verbessert und Einsparungen erzielt werden.

Jeder Kanton kann individuell entscheiden, ob er eine schwarze Liste führt oder nicht. Aktuell (Stand Oktober 2017) setzen neun Kantone eine Liste ein: Die Krankenversicherer sind gesetzlich verpflichtet, Versicherte, die sie wegen ausstehenden Prämien oder Kostenbeteiligungen betreiben müssen, der zuständigen kantonalen Behörde zu melden.

Unsere Analysen haben ergeben, dass sich in den Kantonen mit einer schwarzen Liste die Zahlungsmoral vor und nach der Einführung der schwarzen Liste nicht verändert hat. Die Massnahme betrachten wir somit als wirkungslos. Eine Analyse der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich kommt zum gleichen Schluss. Dort wird sogar festgestellt, dass die Prämienschulden in Kantonen mit einer schwarzen Liste neue Höchststände erreicht haben. Da das Melden von Versicherten an die kantonalen Behörden bei den Krankenversicherern zusätzlichen administrativen Mehraufwand verursacht, eine Wirkung nicht beobachtbar ist und die Kundenzufriedenheit beeinträchtigt wird, lehnt SWICA den Einsatz von schwarzen Listen ab.