Ernährung Ernährung mit SWICA

Das Thema der Ernährung ist vielseitig und umfangreich. SWICA bietet Ihnen in dieser Rubrik zahlreiche Tipps und wichtige Informationen rund ums Thema Ernährung. Bei Fragen sind die Ernährungsberaterinnen in unseren Gesundheitszentren gerne für Sie da.


Gesunde Ernährung

„Wir leben nicht um zu essen; wir essen um zu leben.“ Diese wohlbekannte Aussage von Sokrates gilt bis heute. Denn unsere Essgewohnheiten beeinflussen entscheidend unser Wohlbefinden, unsere Leistungsfähigkeit und vor allem unsere Gesundheit.
 
Nährstoffmängel oder ein Zuviel von bestimmten Stoffen können unsere Körperfunktionen beeinträchtigen und dazu führen, dass mit der Zeit gesundheitliche Probleme auftreten. Es ist erwiesen, dass eine falsche Ernährung eine ganze Reihe schwerwiegender Erkrankungen wie Diabetes, Gicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose, Rheuma und verschiedene Krebsleiden begünstigt.
Eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen nährstoffreichen Zutaten schützt uns gegen Krankheiten und fördert unsere Gesundheit, da sie unter anderem
  • die Gewichtskontrolle unterstützt
  • den Blutdruck positiv beeinflusst
  • den Cholesterinspiegel senkt
  • die Verdauung fördert
Zusätzlich steigert eine ausgewogene Ernährung unsere Leistungsfähigkeit, hebt die Laune und hilft, Stress besser zu verarbeiten. Und sie schmeckt. Denn essen können Sie alles, es kommt nur auf die richtige „Dosierung“ an.
 
Natürlich wäre es falsch zu behaupten, dass eine gesunde Ernährung alleine der Schlüssel zur Erhaltung unserer Gesundheit ist. Aber in Verbindung mit regelmässiger körperlicher Bewegung und bewusster Entspannung wirkt sie Wunder. Probieren Sie es aus!

Richtigesser

Alles, was wir essen, versorgt unseren Körper mit Nährstoffen und jeder dieser Nährstoffe hat eine besondere Funktion. Wenn Sie sich abwechslungsreich und vielseitig ernähren, bekommt Ihr Körper alles was er braucht: Kohlenhydrate, Eiweiss, Fett, Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Wichtig ist das Verhältnis, in dem die Nahrungsmittel eingenommen werden.
Trinken - so oft wie möglich und am besten Wasser.
Wasser ist für uns lebensnotwendig, da es an jeder Funktion unseres Körpers beteiligt ist.

Empfohlen wird:
  • Trinken Sie mindestens 1–2 Liter Wasser täglich.Die Faustregel ist: 30ml Wasser pro Kilogramm Körpergewicht – bei einem Gewicht von 60 kg wären das 1.8 Liter Wasser.
  • Fruchtsäfte verdünnt man besser, weil sie viel Zucker enthalten. Zucker im Übermass greift die Zähne an und führt zu Gewichtszunahme. 
  • Koffeinhaltige Getränke massvoll geniessen, weil Koffein oft entwässernd wirkt. Am besten nicht mehr als drei Tassen Kaffee oder Schwarztee am Tag trinken.
  • Alkoholische Getränke massvoll trinken. Erwachsene sollten nicht mehr als 1-2 Gläser Wein oder Bier pro Tag trinken.
Früchte und Gemüse
Früchte und Gemüse versorgen uns mit wichtigen Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Sie sind saftig und enthalten wenig Kalorien. Sie stärken und harmonisieren unseren Organismus und machen ihn widerstandsfähig gegen Krankheiten.
Empfohlen wird:
  • 3–5 Portionen Gemüse täglich (1 Portion besteht z.B. aus: 1 kleine Schüssel Salat, 1 mittelgrosse Tomate, 8 Brokkoliröschen, 3 gehäufte Esslöffel gekochte Karotten)
  • 2–4 Portionen Früchte täglich (1 Portion besteht z.B. aus: 1/2 Grapefruit, 1/2 Banane, 1 mittelgrosser Apfel oder Birne, 1 Kiwi, 1 Handvoll Erdbeeren)
  • Den grössten gesundheitlichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie verschiedene Sorten Gemüse und Obst in verschiedenen Farben essen.
Getreideprodukte und Kartoffeln
Getreideprodukte und Kartoffeln sind reich an Kohlenhydraten und deshalb ausgezeichnete Energielieferanten.

Empfohlen wird:
  • Mindestens 3 Portionen täglich (1 Portion besteht z.B. aus: 3 Esslöffel Müslimischung aus Haferflocken, 1/2 Vollkornbrötchen, 1 Scheibe Vollkornbrot, 2 gehäufte Esslöffel gekochter Naturreis oder Wildreis, 2 gehäufte Esslöffel gekochte Nudeln, 200 g Kartoffelpüree)
  • Essen Sie vorwiegend Vollkornprodukte, wie Vollkornbrot, Naturreis oder Vollkornnudeln, denn diese enthalten viele Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Sie sättigen besser und länger.
Milch und Milchprodukte
Milch und Milchprodukte sind ausgezeichnete Quellen für Eiweiss, Vitamine und Mineralstoffe, insbesondere für Kalzium, das für gesunde Zähne und Knochen wichtig ist.

Empfohlen wird:
  • 1 – 3 Portionen täglich (1 Portion besteht z.B. aus: 2 dl Milch, 30-60 g Käse, 200 g Hüttenkäse/Quark, 1 Becher Joghurt/Kefir)
  • Bevorzugen Sie bei Gewichts– und Cholesterinproblemen teilentrahmte Milchprodukte, weil sie weniger Fett, aber dennoch fast alle wichtigen Nährstoffe der Vollmilch enthalten
Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier und Hülsenfrüchte
Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier und Hülsenfrüchte sind die wichtigsten Eiweisslieferanten. Eiweiss ist unentbehrlich den für Aufbau und die Regeneration von Muskeln und Körpergewebe, aber auch für die Bildung von Hormonen, Abwehrstoffen, Verdauungsenzymen oder Hautzellen.

Empfohlen wird:
  • 1–4 Portionen Fleisch wöchentlich (1 Portion = 100 g Frischgewicht)
  • Bevorzugen Sie fettarme Sorten, wie mageres Rind-, Kalb- oder Lammfleisch, und halten Sie sich lieber bei Wurstwaren, Schinken, Speck und Salami besser zurück (maximal einmal pro Woche)
  • 1-2 Portionen Fisch wöchentlich (1 Portion = 100-150 g Frischgewicht) 
  • 1-3 Eier wöchentlich, inklusive im verarbeiteten Zustand (Gebäck, Aufläufe, etc.) 
  • Mindestens 1 Portion Hülsenfrüchte wöchentlich (1 Portion besteht z.B. aus: 50 g Erbsen oder weissen Bohnen, etc.)
Fette und Öle
Zu viel Fett schadet unserem Körper. Die Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist jedoch lebensnotwendig. Ungesättigte Fettsäuren werden für den Aufbau von Zellen zur Bildung von Hormonen benötigt. In der Nahrung sind diese unter anderem in pflanzlichen Ölen und Nüssen enthalten.

Empfohlen wird:
  • 20 - 30 g (2 - 3 Esslöffel) hochwertiges Pflanzenöl täglich, wie Oliven- oder Rapsöl für die kalte, Oliven– und Erdnussöl für die warme Küche
  • 10 g Streichfett täglich (Butter oder Margarine aus hochwertigen Ölen)
Zucker und Süssigkeiten
Der hohe Fett- und Zuckergehalt in Süssigkeiten belastet die tägliche Energiebilanz. Essen Sie Süssigkeiten wie eine Delikatesse: selten oder in kleinen Mengen, aber mit Genuss!
Beispielsweise 1 - 3mal pro Woche 1 Riegel Schokolade, 3 kleine Kekse oder 1 kleines Stück Kuchen.

Besseresser

Ausgewogene Ernährung hilft, sich wohl zu fühlen und gesund zu bleiben. Aber es ist nicht nur wichtig was man isst, sondern auch wie man isst.

Fünfmal anstatt dreimal essen
Anstatt dreimal täglich grössere Mahlzeiten einzunehmen, ist eine Aufteilung der Menge auf fünf Mahlzeiten besser. Wer nur dreimal isst, trainiert seinen Körper auf Fettspeicherung. Ausserdem belasten umfangreiche Mahlzeiten die Verdauungsorgane und machen müde.
Als Zwischenmahlzeit ist am besten eine Frucht geeignet. Früchte geben Ihnen genügend Energie für die nächsten Arbeitsstunden, nehmen Ihnen das Hungergefühl und liefern wichtige Ballaststoffe und Vitamine. Essen Sie wenig Süssigkeiten, denn sie enthalten nur leere Kalorien.

Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen und erfreuen Sie sich daran
Essen Sie nicht im Stehen oder im Gehen, sondern setzen Sie sich zum Essen an einen Tisch. Wer Mahlzeiten in Ruhe und in angenehmer Atmosphäre einnimmt, kann das Essen erst so richtig geniessen.

Langsam und bewusst essen
Wer langsam und bewusst mit allen Sinnen isst, isst vernünftiger, weil so kleinere Mengen eingenommen werden. Das Sättigungsgefühl tritt nach ca. 20 Minuten ein, unabhängig davon, ob Sie in dieser Zeit viel oder wenig gegessen haben.

Kleinere Portionen essen
Gewöhnen Sie sich an, kleinere Portionen zu sich zu nehmen, und hören Sie auf zu essen, wenn Sie satt sind. Sie müssen Ihren Teller nicht leer essen.


Wasser

Ohne Wasser gibt es kein Leben. Ohne Wasser überleben wir nur wenige Tage. Eigentlich nichts Neues. Aber wie sieht es im Alltag aus? Trinken Sie da genügend Wasser? Es gibt unzählige Gründe, warum wir Wasser trinken sollten:
  • Wasser reguliert alle unsere Körperfunktionen
  • Wasser transportiert alle Stoffe im Körper
  • Mithilfe von Wasser nimmt der Körper mehr essenzielle Substanzen mit der Nahrung auf
  • Wasser mindert das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen
  • Wasser hilft Erkrankungen vorzubeugen: z.B. Arthritis, Osteoporose, Gicht, Nierensteine
  • Wasser ist das beste Abführmittel und verhindert Verstopfung
  • Wasser steigert die Leistungsfähigkeit – es ist der beste Muntermacher ohne jegliche Nebenwirkungen
  • Wasser hilft Stress zu reduzieren
  • Wasser macht die Haut glatter
  • Mit Wasser lässt sich dem vorzeitigen Altern vorbeugen
  • Wassertrinken sorgt dafür, Hunger und Durst besser voneinander zu unterscheiden
Wasser trinken – aber richtig! Unser Körper verwertet innerhalb von einem Tag eine grosse Menge Wasser, um seine normalen Funktionen aufrechterhalten zu können. Dabei verliert er eine Wassermenge von ca. sechs bis zehn Gläsern am Tag. Diesen Verlust gilt es auszugleichen – jeden Tag!
  • Trinken Sie täglich 30 ml Wasser pro Kilogramm Ihres Körpergewichts. Bei einem Gewicht von 60 kg sind das 1,8 Liter Wasser
  • Trinken Sie Wasser regelmässig und über den ganzen Tag verteilt, damit kein Wassermangel entsteht
  • Trinken Sie am Morgen als erstes Wasser, damit Sie den über Nacht entstandenen Wasserverlust ausgleichen
  • Trinken Sie Wasser möglichst auch ca. eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten, um den Verdauungstrakt auf die Nahrungsaufnahme vorzubereiten
  • Trinken Sie Wasser immer dann, wenn Sie durstig sind – auch während des Essens
  • Trinken Sie Wasser zweieinhalb Stunden nach dem Essen, um den Verdauungsprozess abzuschliessen und den durch die Verdauung verursachten Wassermangel auszugleichen
Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Denken Sie daran: Wasser leistet einen wertvollen Beitrag zum Gesundbleiben.

Ernährungsberatung

Sandra Tibisch-Zaugg ist dipl. Ernährungsberaterin und arbeitet seit vielen Jahren im santémed Gesundheitszentrum in St. Gallen. Sie behandelt hauptsächlich Menschen, die wegen einer Erkrankung ihre Ernährung umstellen müssen. Eine ausgewogene Ernährung spielt aber auch bei der Vorbeugung von Krankheiten eine sehr wichtige Rolle. Die Ernährungsberaterin hilft, mit der Fülle des Nahrungsmittelangebots richtig umzugehen.

Frau Tibisch, wer kommt zu Ihnen in die Ernährungsberatung?
In der Mehrzahl sind es Patienten, welche mit einer klaren Diagnose von ihrem Hausarzt überwiesen werden. Zum Beispiel bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden mit Übergewicht, Diabetes oder immer häufiger bei Magen- und Verdauungsproblemen. Kurz gesagt überall dort, wo die Ernährung für die Krankheit mitverantwortlich ist.

Kommen auch gesunde Menschen zu Ihnen in die Beratung?
Selbstverständlich! Insbesondere Sportler, welche sich bezüglich der idealen Sporternährung erkundigen. Ich führe aber auch Ernährungsberatungen bei Schwangerschaft und während der Stillzeit durch, begleite Personen vor und während eines Rauchstopps oder zeige an Kursen oder Beratungen den direkten Zusammenhang zwischen der Ernährung und Osteoporose auf und zwar sowohl in der Prävention als auch bei einer Erkrankung.

Wie läuft eine Ernährungsberatung im Normalfall ab?
In einem Erstgespräch geht es darum, Lebensumstände und Essgewohnheiten zu erfassen. Oft bildet das Essen eine Art Ventil bei Frustration, Ängsten und vor allem bei Stress. Es ist deshalb unabdingbar, dass ich die Arbeits- und Familiensituation sowie den Bewegungsfaktor kenne. Wie viel Zeit steht fürs Essen zur Verfügung, wer kocht, wie wird gekocht, Art und Menge der Speisen und Getränke usw. sind alles Fragen, welche geklärt sein müssen. In einem zweiten Schritt lege ich gemeinsam mit dem Patienten realistische Ziele fest und stecke den Zeitrahmen ab. Dabei weise ich von Anfang an darauf hin, dass für den Erfolg viele kleine Schritte nötig sein werden und Geduld gefordert ist. Als Nächstes besprechen wir eine bis zwei praktische Umsetzungsmöglichkeiten, die der Patient ausprobieren soll. Dazu gehören insbesondere Tipps zum Einkaufen und für die richtige Zubereitung der Speisen. Zudem lasse ich über zwei bis drei Wochen ein Esstagebuch führen, um die (Ess-)Gewohnheiten des Patienten kennen zu lernen.

Wie reagieren die Leute im Allgemeinen, wenn Sie Ihnen mitteilen, dass sie den Ernährungsplan umstellen müssen?
Viele haben aufgrund ihrer Krankheit gar keine andere Wahl. Aber sowohl sie als auch die anderen staunen nicht selten, wenn sie erfahren, was sie alles noch essen dürfen. Ich mache übrigens öfters die Erfahrung, dass etliche Leute Bedenken haben, in die Ernährungsberatung zu kommen, weil sie fälschlicherweise befürchten, dass ich ihnen etwas verbiete. Als Ernährungsberaterin will ich aber gar keine Verbote aufstellen, sondern vielmehr motivieren und Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. Genuss ist immer noch möglich. Ganz wichtig ist auch der gegenseitige Austausch. Dazu gehört nicht zuletzt, dass man die Empfehlungen hinterfragt. Je nachdem kann es auch sein, dass wir die Ernährungsempfehlungen abändern und anpassen müssen. Jeder Mensch is(s)t anders und reagiert anders. Deshalb ist die Ernährungsberatung auch eine sehr individuelle Angelegenheit.

Wie hat sich die Ernährung in der Schweiz in den letzten Jahren geändert?
Gross geändert hat sich die Ernährungsform nicht. Allerdings stelle ich fest, dass die Leute sich immer weniger Zeit zum Essen nehmen und das Bewusstsein, den Körper mit einer guten Kost zu pflegen, oft fehlt. Viele wissen gar nicht mehr, wie man kocht. Sei es, weil sie es verlernt oder weil sie es gar nie richtig gelernt haben. Leider sind auch immer mehr Kinder wegen fehlender Bewegung und falscher Ernährung übergewichtig. Mitverursacht wird diese Entwicklung unter anderem auch durch die Tatsache, dass heutzutage der Familientisch oft fehlt. Ältere Leute dagegen sind heute besser informiert als früher. Gerade Frühpensionierte wissen recht gut über die richtige Ernährung Bescheid und halten sich auch daran.